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03.02.2012
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Foto: dpa

Intensive Ermittlungen

Banken stehen unter Manipulationsverdacht

von Doris Grass, André Kühnlenz, Barbara Schäder

Das Schweizer Kartellamt ermittelt gegen zwölf Institute - darunter die Deutsche Bank. Der Anlass: eine Selbstanzeige. Der Verdacht: Zinsmanipulation. Die Wettbewerbshüter steigen in eine internationale Untersuchung ein.

Die Schweizer Wettbewerbskommission untersucht zwölf Großbanken wegen Verdachts auf Zinsmanipulationen. Laut einer Selbstanzeige hätten Banken die Referenzzinssätze Libor und Tibor manipuliert, teilten die Kartellwächter am Freitag mit. Wegen ähnlicher Vorwürfe ermitteln seit Monaten auch die EU-Kommission sowie die Finanzaufsichtsbehörden in Großbritannien, Japan und den USA. Es geht um eine mögliche Verfälschung wichtiger Zinsen für den Interbankenmarkt, deren Höhe auch die Kosten für Kredite an Unternehmen und Verbraucher beeinflusst.

Die Ermittlungen betreffen die ersten Adressen der Finanzbranche. Die Schweizer Wettbewerbskommission nannte neben den heimischen Geldhäusern UBS und Credit Suisse unter anderem die Deutsche Bank. Deren Londoner Büro war im Herbst auch von EU-Wettbewerbshütern durchsucht worden, genau wie die Räumlichkeiten zahlreicher anderer Banken. Ein Überblick.

Die Untersuchung der Schweizer Wettbewerbskommission betrifft neben Credit Suisse, UBS und Deutscher Bank neun weitere Geldhäuser: Die britischen Institute HSBC und Royal Bank of Scotland, die US-Banken Citigroup und JP Morgan Chase, die französische Société Générale, die niederländische Rabobank sowie die drei japanischen Institute Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ, , Mizuho Financial Group und Sumitomo Mitsui Banking Corporation. Hinzu kommen laut Wettbewerbskommission "weitere Finanzintermediäre".

In anderen Ländern werden noch weitere Banken überprüft

Bei den Ermittlungen der Aufsichtsbehörden in den USA, Japan und der EU sind noch weitere Namen durchgesickert. Laut Financial Times wurden zum Libor auch die britische Barclays-Bank und die nordrhein-westfälische Landesbank WestLB befragt.

Aus welchem Haus die Selbstanzeige stammte, gab die Schweizer Wettbewerbskommission nicht bekannt. Die UBS hatte allerdings im Juli mitgeteilt, sie habe die US-Behörden und Aufseher in weiteren Ländern über eine mögliche Verfälschung von Tibor und der Libor informiert. Im Gegenzug hätten das US-Justizministerium und weitere Aufsichtsbehörden dem UBS-Management Straffreiheit zugesichert unter der Bedingung, dass die Bank weiter mit den Ermittlern kooperiere. "Wir nehmen diese Untersuchung sehr ernst und arbeiten mit den Behörden zusammen", sagte eine UBS-Sprecherin am Freitag der Nachrichtenagentur Bloomberg.


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