Eine der Anleihen stürzte zeitweise in der Spitze von 85 auf 50 Prozent des Nennwerts ab, stieg allerdings wieder auf 79 Prozent. Die WGF hat acht solcher Papiere aufgelegt. Davon wurde eines bereits zurückgezahlt, bei einem steht der Platzierungsstart kurz bevor. Sie bezeichnet sich mit einem platzierten Volumen von 218 Mio. Euro als führender Anbieter in Deutschland.
Das Unternehmen betonte, es lägen keine Gründe vor, die aus dem operativen Geschäft heraus solche Kursbewegungen rechtfertigten. Es verwies auf einen negativen Bericht des Rechtsanwalts Klaus Dittke aus Düsseldorf. Er hatte am 13. Juli auf der Website seiner Kanzlei DSKP unter anderem berichtet, dass vier Ratings der Agentur Creditreform für Anleihen seit mindestens vier Wochen nicht mehr gälten. Darunter seien die beiden besten "BBB" und "BBB-". Diese Noten reichen gerade noch für das Gütesiegel "Investmentgrade".
WGF erläuterte dazu, auf Grundlage des am 30. Juni veröffentlichten Geschäftsberichts werde der Evaluierungsprozess für die Ratings der vier Anleihen fortgesetzt. Zur Anleihe mit der Wertpapierkennnummer WGFH05 hieß es auf der WGF-Website bis vor kurzem allerdings noch: "Aktuell ist die Anleihe von der Creditreform Rating AG mit ,BBB-' bewertet und liegt somit im ,Investmentgrade'." Auf der Website von Creditreform sind die vier Papiere jedoch mit dem Kürzel "n. r." für "nicht geratet" aufgeführt, nicht mit dem Vermerk "i. B." (in Bearbeitung). Ein WGF-Sprecher teilte mit, die Angaben auf der eigenen Website seien mittlerweile korrigiert. Die Ratingagentur habe angekündigt, den Vermerk im Netz zu ändern. Creditreform verwies auf Nachfrage an WGF.
Die beiden neuesten Anleihen aus den Jahren 2010 und 2011 durchlaufen laut WGF den Ratingprozess erstmals. Mit den Ergebnissen rechne man zum Ende des dritten Quartals. Creditreform führt zwei aktuelle Ratings auf: Ein bis Ende März 2012 gültiges "BB-" für eine Anleihe, die damit nicht mehr unter "Investmentgrade" fällt, sowie ein "AA-" für ein Schuldscheindarlehen einer Tochter von WGF. Das Unternehmen kündigte eine Anzeige wegen möglicher Marktmanipulation bei der Finanzaufsicht BaFin an.
Quelle: ftd
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