09.03.2010
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Im Januar weitete sich das britische Defizit auf 8 Milliarden Pfund aus.
Im Januar weitete sich das britische Defizit auf 8 Milliarden Pfund aus.
Foto: Getty Images

Großbritannien in der Krise

Pfund verliert weltweit an Wert

Nach Griechenland rückt Großbritannien in den Fokus: Das Pfund verliert gegenüber den meisten Währungen und fällt unter die Marke von 1,50 Dollar. Grund dafür ist die Krise auf dem Hausmarkt und das höchste Handelsbilanzdefizit seit August 2008.

Enttäuschende Zahlen vom britischen Hausmarkt haben das Pfund belastet - und deutlich unter die Schwelle von 1,50 Dollar gedrückt. Die Zahl der Immobilienmakler, die Wertsteigerungen berichteten, lag im Februar um 17 Prozentpunkte höher als die Zahl derer, die fallende Preise meldeten. Das gab die Royal Institution of Chartered Surveyors (Rics) am Dienstag bekannt. Volkswirte hatten im Durchschnitt mit einem Wert von 30 gerechnet.

"Das Ausmaß der Hauspreissteigerungen wird sich wahrscheinlich abschwächen. Das spiegelt die Tatsache wieder, dass mehr Häuser auf den Markt kommen. Das Angebot wird die Nachfrage übersteigen", sagte Rics-Sprecher Jeremy Leaf. Verstärkt wird die Einschätzung durch einen andren Bericht des Analysehauses Rightmove. Demnach fiel die Zahl derer, die in den kommenden zwölf Monaten einen Hauskauf planen, in den ersten drei Monaten 2010 auf 25,8 Prozent. Das ist der dritte Rückgang in Folge.

Ebenfalls belastend war der Anstieg des Handelsdefizits. Im Januar weitete sich der Fehlbetrag auf 8 Milliarden Pfund aus. Das ist das größte Minus seit August 2008. Das teilte die staatliche Statistikbehörde am Dienstag mit. Volkswirte hatten mit einem Defizit von nur 7 Milliarden Pfund gerechnet. Die Importe gingen um 1,6 Prozent, die Exporte um 6,9 Prozent zurück.

Die Anfrage resultiert keine Daten
Die Anfrage resultiert keine Daten

Für Großbritannien sind das schlechte Nachrichten. Das Land erholt sich von der schwersten Rezession seit Jahrzehnten, kämpft dabei aber mit einem hohen Staatsdefizit. Die Ratingagentur Fitch äußerte sich besorgt zur Bonitätsnote des Landes. "Großbritannien muss ein klares Sparziel haben. Bis jetzt haben wir das nicht gesehen", sagte Brian Coulton, Fitch-Direktor für Europa, den Nahen Osten und Afrika, am Dienstag.

Von Investoren kritisch beäugt wird auch die politische Situation: Im Juni wird gewählt, der Vorsprung der Tories vor der regierenden Labour-Partei schmilzt zusehends. Ein Patt im Parlament - "Hung Parliament" - ist ein mögliches Szenario, vor dem die Anleger Angst haben. Ihre Sorge: Sparanstrengungen würden so verhindert.

Seit Anfang 2010 kriselt der Hausmarkt wieder. Als Gründe werden der harte Winter und die Erhöhung einer Steuer auf Immobilientransaktionen angeführt. Das beunruhigt die Bank of England (BoE). Laut BoE-Daten knausern die Banken bei der Immobilienkreditvergabe. Im Januar wurden nur knapp 48.200 Darlehen vergeben, so wenig wie seit acht Monaten nicht. BoE-Gouverneurin Kate Barker sagte am Montagabend, die Erholung sei zwar auf dem Weg, werde "holprig" ausfallen.


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