25.06.2010
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Privatanleger kaufen in der Regel Barren mit einem Gewicht von 1 bis 1000 Gramm.
Privatanleger kaufen in der Regel Barren mit einem Gewicht von 1 bis 1000 Gramm.
Foto: Getty
Investor-Artikel

Gold

Eine Unze Sicherheit

von Bernd Mikosch

Das Edelmetall eilt von Rekord zu Rekord. Münzen sind zeitweise ausverkauft, Anleger suchen nach Alternativen. Mit Gold hinterlegte Anleihen sind billiger als ein geschlossener Fonds und sicherer als Zertifikate - aber taugen sie wirklich als Ersatz?

Der Goldpreis gilt als Krisenindikator. Immer wenn die Anleger den Kollaps des Finanzsystems wieder ein Stückchen näher wähnen, erklimmt die Notiz neue Höhen. Als Indikator noch besser geeignet ist freilich die Verfügbarkeit kleiner Barren und Münzen. Ist der Krügerrand, die beliebteste Goldmünze, wieder einmal ausverkauft, weist das darauf hin, dass die Furcht des kleinen Mannes in Panik umgeschlagen ist - etwa in den Wochen nach der Lehman-Pleite im Herbst 2008, aber auch vor anderthalb Monaten, als die Europäische Zentralbank beginnen musste, wegen der Schuldenkrise der Mittelmeerländer Staatsanleihen aufzukaufen.

Ist der Krügerrand gar nicht zu haben, greifen deutsche Privatanleger inzwischen gern zu Alternativen: Am Mittwoch nach dem Euro-Rettungswochenende wurde Xetra-Gold für 2,5 Tonnen abgesetzt - Rekord.

Xetra-Gold gehört zu den physisch hinterlegten Schuldverschreibungen, die zwei Vorteile vereinen und daher immer mehr Anhänger finden: Zum einen bieten sie einen sehr günstigen Zugang zum Goldmarkt, selbst der teuerste Anbieter verlangt nur 0,4 Prozent Gebühren im Jahr. Zum anderen versprechen sie Sicherheit, weil sie anders als herkömmliche Zertifikate mit Goldbarren hinterlegt sind. Wenn der Emittent pleitegeht, steht das Edelmetall den Investoren zu.

Erfunden wurden die Papiere, weil institutionelle Anleger in Gold investieren wollten, der Gesetzgeber ihnen in vielen Fällen aber den Kauf von Goldfonds untersagt. Also wählten sie den Umweg über eine Schuldverschreibung. Gold Bullion Securities (GBS) machte 2003 den Anfang, Xetra-Gold kam im Dezember 2007 auf den Markt. Im April dieses Jahres folgte die Royal Bank of Scotland. Am Dienstag dieser Woche schließlich ließ die Deutsche Bank ein vergleichbares Papier in London listen.

Mit Ausnahme von Xetra-Gold unterscheiden sich die Angebote nur in Details, denn Royal Bank und Deutsche Bank nahmen sich das GBS-Modell zum Vorbild: "Emittent der Papiere ist eine Zweckgesellschaft, die auf der einen Seite der Bilanz die Goldbestände hält und auf der anderen Seite die Verbindlichkeiten aus den Schuldverschreibungen. Andere Geschäfte darf sie gar nicht tätigen", sagt Kemal Bagci aus dem Derivateteam der Royal Bank. Die Kontrolle über das in Londoner Tresoren hinterlegte Edelmetall hat ein unabhängiger Treuhänder. Bei einer Pleite des Emittenten, die wegen des eingeschränkten Geschäftsmodells sehr unwahrscheinlich ist, soll ein britischer Insolvenzverwalter die Goldbestände verwerten und die Anleger auszahlen.


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 Quelle: vwd netsolutions GmbH
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Quelle: FMH-Finanzberatung
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