Ein ausgeprägtes Kostenbewusstsein ist nicht unbedingt das, was man als Erstes von einem Vermögensverwalter erwarten würde. Für Alexander Stütz, Geschäftsführer von Portfolio Concept Vermögensmanagement in Köln, ist es aber durchaus ein wichtiger Garant für den Erfolg. Denn wenn die Finanzmärkte nur noch niedrige Renditen bieten, so sein Credo, muss man die Klientel eben auch auf der Gebührenseite überzeugen können. Logisch ist es für ihn zudem, dass zur Entlohnung für die Vermögensverwaltung stets eine Gewinnbeteiligung gehört. "Auch das motiviert uns, im Sinne des Kunden zu arbeiten und Kosten zu sparen", sagt Stütz.
Für solche Einsichten gibt es gute Gründe. Laut einer Studie der WHU Otto Beisheim School of Management legen Deutschlands Wohlhabende bei der Vermögensbetreuung den größten Wert auf ein ansprechendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Besonders wichtig sind ihnen zudem Produkte und Beratungsqualität. Das wiederum sind Aspekte, denen Großbanken der Studie zufolge eine eher geringere Bedeutung für die Kundenzufriedenheit beimessen.
Punkten mit der Unabhängigkeit
Kein Wunder also, dass unabhängige Vermögensverwalter noch eine Menge Potenzial für ihre Dienste sehen. Nach Einschätzung der V-Bank, einem Serviceinstitut der Branche, wächst ihr Markt derzeit jährlich um zehn bis 15 Prozent. Untereinander sieht man sich eher nicht als Konkurrenz. "Die Neukunden kommen vor allem von Großbanken und Sparkassen", sagt Uwe Zimmer, Vorstand der Meridio Vermögensverwaltung in Köln.
Punkten wollen die Finanzprofis vor allem mit ihrer Unabhängigkeit von Konzerninteressen. Dennoch gibt es Unterschiede. Thomas Neumann, Chef von Bestadvice Private Vermögen in München, findet den Weg zur Verwaltung größerer Vermögen meist zunächst über die Honorarberatung auf Tages- oder Stundenbasis, die dann häufig in langfristige Begleitung mündet. Andere stellen jährliche Pauschalen in Rechnung. Mehr Transparenz als Banken wollen die meisten bieten.
"Wir versuchen, Provisionen grundsätzlich zu vermeiden, oder schütten sie, wo sie unumgänglich sind, wieder an die Anleger aus", sagt Neumann. Er setzt auf übergreifende Betreuung von der Immobilie bis zur Nachfolgeplanung. Das Wertpapiermanagement allerdings gibt es bei ihm nur auf der Basis von Fonds.
































