Das geht aus Eckpunkten hervor, auf die sich Sparkassen, Volks- und Privatbanken am Freitag verständigt haben. Bisher zahlen die Kunden bis zu 10 Euro, wenn sie Bargeld an Automaten außerhalb ihres Bankenverbunds abheben.
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hält die Pläne für einen guten Zwischenschritt, dringt aber auf einen noch niedrigeren Betrag. "Ich sehe hier noch Luft nach unten", sagte sie. Die privaten Banken plädieren ebenfalls für eine geringere Obergrenze. Der Maximalbetrag sollte "eher bei 2 Euro als bei 5 Euro liegen", sagte ein Sprecher des Bundesverbands deutscher Banken (BdB). Dort verweist man auf die tatsächlichen Kosten, die im Schnitt bei 60 Cent pro Abhebung lägen. Sparkassen und Volksbanken wollen jedoch höhere Gebühren durchsetzen. "Bislang gibt es keine Einigung", sagte ein BdB-Sprecher. Nach Angaben Aigners wollen die Banken noch im April eine Lösung präsentieren.
Gebühr soll vor dem Abheben sichtbar sein
Die Finanzinstitute gehen davon aus, dass ihr Vorhaben bis Juni 2010 vertraglich besiegelt sein kann. Das Ziel sei eine flächendeckende Umstellung bis Jahresende. Die Banken stehen unter Einigungsdruck, weil das Bundeskartellamt die Gebührenpraxis unter die Lupe genommen hat. Dessen Entscheidung wird bis Mitte April erwartet.
Die freiwillige Deckelung der Gebühren soll jedoch zunächst für eineinhalb Jahre gelten. Ferner sollen Bankkunden künftig beim Abheben die Gebühr vor der Auszahlung auf dem Bildschirm sehen, damit sie den Vorgang noch abbrechen und einen günstigeren Automaten suchen können.
In Deutschland gibt es etwa 56.000 Geldautomaten. Rund 46.000 davon werden von den Sparkassen und Volksbanken betrieben, die ein größeres Filialnetz haben als die privaten Kreditinstitute. Diese werfen den Sparkassen und Genossenschaftsbanken vor, durch die hohen Gebühren ihre Automaten für Fremdkunden abzuschotten. Eine freiwillige Gebührenvereinbarung der Finanzwirtschaft hatte es bis 1997 gegeben. Damals lag das Maximalentgelt für die Nutzung fremder Automaten bei 4 DM. Die Sparkassen kündigten die Vereinbarung jedoch auf.
Quelle: ftd
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