19.07.2010
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Bei Auslandstransaktionen knöpfen deutsche Banken den Kunden viel mehr ab, als ihnen selbst als Kosten entstehen
Bei Auslandstransaktionen knöpfen deutsche Banken den Kunden viel mehr ab, als ihnen selbst als Kosten entstehen
Foto: Getty
Investor-Artikel

Gebühren

Deutsch-britische Abzocke am Geldautomaten

von Nina Luttmer

Ein Vertrag zwischen Geldinstituten auf der Insel und der Bundesrepublik offenbart, was die Häuser beim Geldabheben für einen Reibach machen. Der Aufschlag an den Kunden ist üppig.

Deutsche Banken machen ihren Reibach mit Kunden, die in Großbritannien an Automaten Geld abheben. Hebt etwa der Kunde einer deutschen Sparkasse, Volksbank oder Privatbank auf der Insel Geld ab, muss das deutsche Institut der britischen Bank ein Entgelt von nur 75 Cent zahlen. Das geht aus einem Vertrag zwischen deutschen und britischen Banken hervor. Den gleichen Betrag zahlen britische Banken den hiesigen Häusern für Transaktionen ihrer Kunden an deutschen Geldautomaten.

Gleichzeitig knöpfen die deutschen Institute ihren Kunden für die Auslandstransaktion aber ein Vielfaches mehr ab: die Frankfurter Sparkasse beispielsweise 5 Euro, die Genossenschaftsbank Kasseler Bank 4,50 Euro, die Deutsche Bank mindestens 5,99 Euro, außer bei Barclays, mit der sie ein Partnerabkommen zur Gratisabhebung hat.

Die Diskrepanz dürfte die Debatte in Deutschland um die Automatengebühren weiter anheizen. Hintergrund ist, dass die deutschen Banken Auslandstransaktionen nicht billiger machen können, da die Gebühren für Fremdabhebungen hierzulande so horrend sind - teilweise liegen sie bei bis zu 10 Euro. Laut einer EU-Richtlinie müssen sie ihren Kunden aber für das Geldabheben an Automaten fremder Institute im Ausland den gleichen Betrag berechnen wie im Inland. Statt also die Kosten innerhalb Deutschlands zu senken, halten die Banken jene bei Auslandstransaktionen künstlich hoch - um der EU-Richtlinie zu entsprechen.

Das Bundeskartellamt hat bereits mehrfach gemahnt, dass sich die Banken endlich auf günstigere Konditionen im Inland einigen sollten. In Deutschland gibt es vier Automatenverbünde, innerhalb der das Geldabheben für Kunden umsonst ist. Die Banken in den Verbünden berechnen sich laut Kartellamt gegenseitig lediglich 33 Cent bis 1 Euro, die kostenorientiert festgelegt wurden und die sie nicht an den Kunden weitergeben.

Dabei handelt es sich um die Sparkassengruppe mit 25.700 Automaten, die Volksbanken mit 19.050 Automaten, die Cash Group - zu der etwa Postbank und Commerzbank gehören - mit 9000 Automaten und Cashpool, etwa mit der Targobank, mit 2500 Automaten.


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Quelle: FMH-Finanzberatung
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