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08.06.2011
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Griechenland
Griechenland
Foto: Getty
Investor-Artikel

Euro-Krise

Deutsche Banken größte private Auslandsgläubiger Griechenlands

von André Kühnlenz und Barbara Schäder

Berlin knüpft seine Zustimmung zu einem Rettungspaket für Athen an Bedingungen: Inhaber griechischer Staatsanleihen sollen einen Beitrag zur Lösung der Schuldenkrise leisten. Gefragt sind dabei besonders deutsche Geldhäuser.

Unter Europas Banken tragen die deutschen Institute erstmals seit Ausbruch der Schuldenkrise im Euro-Raum das größte Risiko bei Staatsanleihen Griechenlands, Irlands, Portugals und Spaniens. Das geht aus den neuesten Zahlen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hervor. Demnach überholten die deutschen Banken mit Anleihen für 62 Mrd. Dollar (46 Mrd. Euro) Ende 2010 die französischen Institute, die nur noch Papiere dieser Länder für 58 Mrd. Dollar in ihren Büchern hielten. Ende März 2010 waren es bei den Franzosen noch 103 Mrd. Dollar gewesen und 66 Mrd. Dollar bei den Deutschen.

Besonders beim griechischen Staat tun sich deutsche Institute unter den größten ausländischen Bankgläubigern hervor. Deutschlands Institute hielten hier bereits seit vergangenem Sommer den Spitzenplatz. Diesen hielten sie auch noch Ende 2010, obwohl nach den neusten BIZ-Zahlen dabei bereits die Bestände der verstaatlichten Hypo Real Estate im Volumen von 7,4 Mrd. Euro herausgerechnet sind, die zuvor in die Abwicklungsgesellschaft FMS Wertmanagement ausgelagert wurden. Nach den neuen BIZ-Zahlen hielten die deutschen Geldhäuser Ende 2010 Griechen-Anleihen über 23 Mrd. Dollar (rund 17 Mrd. Euro).

Die vor einem Jahr noch wichtigsten Bankengläubiger im Ausland, Frankreichs Institute, halbierten dagegen seit dem ersten Quartal 2010 ihre Anleihebestände nahezu von 27 auf 15 Mrd. Dollar. Auch US-Banken hielten Ende vergangenen Jahres deutlich weniger als vor der Verabschiedung des ersten Rettungspakets für Athen. Ihre Bestände sanken von gut 5,4 Mrd. Dollar auf nur 1,5 Mrd. Dollar. Den dritten Platz unter den ausländischen Gläubigerbanken übernahmen die britischen Institute mit Anleihen über 3,4 Mrd. Dollar - nur etwas weniger als noch zu Beginn des Frühjahrs.

Frankfurter Währungshüter fürchten eine Kettenreaktion

Damit ist klar, dass die von der Bundesregierung geforderte Beteiligung privater Gläubiger an einem zweiten Rettungspaket für Griechenland unter den Banken vor allem die deutschen Institute treffen würde. Deutschlands Regierungsvertreter hatten sich in den vergangenen Wochen für eine Verlängerung der Laufzeiten ausstehender Anleihen stark gemacht. Gläubiger, die sich auf eine solche Verzögerung der ihnen zustehenden Zahlungen einließen, sollten im Falle einer späteren Umschuldung bevorzugt behandelt werden, berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf einen Entwurf des Bundesfinanzministeriums. Die Ratingagenturen signalisieren bereits, dass sie bei einer Laufzeitverlängerung die Bonität Griechenlands wie im Falle eines Zahlungsausfalls bewerten könnten.

Das Urteil der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte davon allerdings unberührt bleiben. Mehrere EZB-Vertreter kündigten an, dass sie nach einer Umschuldung griechischer Anleihen die Papiere nicht mehr als Sicherheiten für die Refinanzierungsgeschäfte akzeptieren dürften. Zudem fürchten die Frankfurter Währungshüter eine Kettenreaktion: Selbst wenn einzelne Banken und Versicherung freiwillig einer Laufzeitverlängerung für die von ihnen gehaltenen Griechenanleihen zustimmen sollten, würde das Vertrauen in die pünktliche Rückzahlung von Staatsanleihen anderer Krisenländer leiden. Im schlimmsten Fall könnte eine solche Vertrauenskrise dazu führen, dass nach Irland und Portugal weitere Länder unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen müssten.

Als möglichen Kompromiss hat die EZB einen sogenannten Roll-over ins Spiel gebracht, der von den Währungshütern nicht als Zahlungsausfall gewertet würde. Demnach könnten sich die Inhaber griechischer Staatsanleihen verpflichten, die Rückflüsse aus auslaufenden Schuldtiteln in neue Griechen-Anleihen zu reinvestieren. Da Griechenland in den nächsten drei Jahren Staatsanleihen im Wert von mehr als 90 Mrd. Euro ablösen muss, würden die Refinanzierungskosten Athens deutlich sinken.


Was die Leser sagen

Spitz paß auf
09.06.2011 | 21:21
Halbierung der Gr.land Bonds bei EU Banken

Klammheimlich haben sich also die EU Banken von einem Großteil ihrer Gr.Bonds getrennt.Wo diese wohl gelandet sind?Bei der EZB?
Wieviel Schrottpapiere bunkert diese wohl mittlerweile und ist deshalb schon verzagt falls es zu einer Umschuldung kommen sollte.
Aber kein Problem,falls Geld fehlen sollte,haftet wie immer der EU
Steuerzahler!

(Kommentare 1-1 von 1)

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