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26.10.2011

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Investor-Artikel

Discountzertifikate

Von der Nervosität profitieren

von Christian Scheid

Die Schwankungen der Börsenindizes sind derzeit enorm: Je nach Nachrichtenlage zur Schuldenkrise schnellt der DAX an manchen Tagen um mehrere hundert Punkte gen Norden oder rauscht im gleichen Ausmaß in die Tiefe.

Einen Tag zeigen die Pfeile nach oben, tagsdarauf herrscht wieder Panikstimmung. Die große Nervosität der Börsianer spiegelt sich im VStoxx Index wider, der die erwartete Schwankungsbreite für den Euro Stoxx 50 misst. In der Spitze schnellte das Barometer auf mehr als 50 Punkte nach oben. So hoch stand der Vola-Index seit den Wirren infolge der Lehman Pleite 2008 nicht mehr. Ähnlich sieht es beim VDAX-New aus, dem deutschen Pendant zum VStoxx. Doch es tun sich auch Chancen auf: "Mit Discountzertifikaten können Anleger von der hohen Volatilität profitieren", sagt Heiko Geiger, Zertifikateexperte bei Vontobel. Die Papiere ermöglichen Anlegern den Einstieg in einen Basiswert mit einem Rabatt. Im Gegenzug ist die Renditechance durch eine Obergrenze (Cap) beschnitten.

Um den vergünstigten Einstieg zu ermöglichen, veräußert der Emittent eine Kaufoption (Call) auf den dem Discountzertifikat zugrunde liegenden Basiswert. Die dabei vereinnahmte Prämie kann - vereinfacht ausgedrückt - an den Käufer des Zertifikats in Form des Discounts weitergegeben werden: "Je höher die Volatilität, desto größere Rabatte gegenüber einem Direktinvestment kann ein Emittent gewähren", erklärt Geiger. Die Renditeunterschiede im Vergleich zum Zeitpunkt vor den Kursturbulenzen sind beachtlich: "Bei Discountzertifikaten mit Cap auf Höhe des aktuellen DAX-Kurses liegt die Seitwärtsrendite aktuell im Durchschnitt knapp 4,5 Prozentpunkte höher als Ende Juli. Bei Papieren auf den Euro Stoxx 50 fallen die Renditen heute durchschnittlich um 3,9 Prozentpunkte besser aus", erklärt Sasa Perovic, Leiter der Zertifikateanalyse bei der Ratingagentur Scope.

Gleichzeitig unterstreicht Perovic die Risiken: "Bleibt die Volatilität weiterhin hoch, ist auch die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Discountzertifikate ihre Maximalrendite nicht erreichen oder sogar Verluste einbringen." Beim Kauf sollten Anleger deshalb auf einen ausreichend großen Risikopuffer achten. Vor diesem Hintergrund ist ein DAX-Discountzertifikat von der Deutschen Bank interessant. Mit einem Cap von 4400 Punkten ausgestattet darf der DAX am Laufzeitende im August 2012 um bis zu 24,8 Prozent tiefer stehen als aktuell, ohne die Maximalrendite von 6,6 Prozent zu gefährden. Ein Discountzertifikat auf den Euro Stoxx 50 mit einem ähnlich großen Risikopuffer kommt von Vontobel: Der Cap ist knapp 26,5 Prozent entfernt bei 1750 Punkten angesiedelt - und damit noch unter dem 2009er-Tief des Index von 1765 Zählern. Sollte der Euro Stoxx 50 Ende September 2012 mindestens auf Höhe des Caps stehen, können Anleger mit einer Rendite von 8,4 Prozent rechnen. Ein etwas offensiveres Papier kommt von Goldman Sachs. Hier ist der Cap mit 1900 Punkten knapp unterhalb des jüngsten Korrekturtiefs des Euro Stoxx 50 angesiedelt. Die maximale Rendite beträgt 10,7 Prozent.

Für kurzfristig orientierte Anleger haben Discountzertifikate ebenfalls ihren Reiz: "Mit den Papieren setzen Investoren auch darauf, dass sich die Marktschwankungen wieder normalisieren", sagt Scope-Experte Perovic. Mit anderen Worten: Sinkt die Volatilität, fällt der Discount kleiner aus. Der Kurs des Zertifikats steigt also, wodurch bereits investierte Anleger profitieren können. Passend dazu beobachtet Heiko Geiger von Vontobel in jüngster Zeit einen Trend: "Kurzfristig orientierte Anleger bedienen sich Discountzertifikaten als Aktienersatz und nutzen zudem die engeren Spreads im vor- und nachbörslichen Handel." Auch bei Rabattpapieren auf Einzelaktien bieten diejenigen Zertifikate besonders große Chancen, bei denen die Volatilität des Basiswerts hoch ist. Das trifft derzeit vor allem auf Aktien aus dem Finanzsektor wie Allianz und Deutsche Bank zu. Selbst Discounter, bei denen die Caps mit 45 Euro (Allianz) und 13,50 Euro (Deutsche Bank) knapp unterhalb der 2009er-Tiefs - und damit weit von den aktuellen Kursen entfernt - angesiedelt sind, bieten auf Sicht von knapp einem Jahr attraktive Renditen.


Quelle: Capital
© 2011 capital.de

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Quelle: FMH-Finanzberatung
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