Die Diskussionen um den Wertverlust des
Euro nehmen an Schärfe zu. Einige Politiker wie etwa der CDU-Europaabgeordnete und USA-Kenner Elmar Brok sprechen bereits von einem Währungskrieg. So gesehen hat die europäische Einheitswährung die jüngsten Schlachten allerdings eindeutig verloren. Gegenüber dem Dollar steht der Euro so tief wie zuletzt Mitte 2010.
Was die Investoren daher zurzeit am meisten bewegt, ist die Frage: Kommt die Wende, oder setzt der Euro seine Talfahrt ungebremst fort? Für beide Szenarien gibt es hinreichend plausible Argumente: Da sind auf der einen Seite die nach wie vor exorbitant hohen Staatsschulden der USA, die nicht gerade für einen starken Greenback sprechen. Da ist zum anderen die latente Gefahr, dass die Staatsschuldenkrise in Europa zum Auseinanderbrechen des Euro führt.
Wagemutige Anleger, die eine klare Meinung zum weiteren Verlauf der "Schlacht" haben, können mit Derivaten von den Bewegungen an den Devisenmärkten profitieren. Anleger, die davon ausgehen, dass der Druck auf den Euro weiter zunehmen wird und Anleger in den
Dollar treibt, sollten sich einen Put-Optionsschein der DZ Bank auf das Euro-Dollar-Verhältnis näher ansehen. Das Papier hat einen Basispreis von 1,22 Dollar, die Laufzeit endet am 18. April 2012. Der Put kostet aktuell 1,11 Euro. Der Rückzahlungswert am Laufzeitende errechnet sich, indem die Differenz zwischen dem Basispreis (1,22 Dollar) und dem Wechselkurs am Laufzeitende ermittelt und von Dollar in Euro umgerechnet wird. Bei einem Stand beispielsweise von 1,18 Dollar je Euro erhalten Anleger 3,39 Euro je Put. Sobald der Euro bei Fälligkeit aber über der Marke von 1,22 Euro notiert, verfällt der Schein wertlos.
Wer hingegen an ein Fortbestehen des Euro glaubt und meint, dass auf Sicht die USA und damit der Dollar in der Gunst der Anleger verlieren, für den könnten Kaufoptionsscheine (Calls) auf das Euro-Dollar-Verhältnis eine spannende Wette verheißen. Ein Call mit einem Basispreis von 1,30 Dollar und einer Laufzeit bis 18. April 2012 kostet derzeit 1,70 Euro. Damit Anleger mit diesem Papier am Laufzeitende Gewinn erzielen, muss der Euro bis zum Fälligkeitstermin auf 1,3225 Dollar steigen. Scheitert der Euro bei Fälligkeit an der Marke von 1,30 Dollar schafft, verfällt der Schein auch hier wertlos.
Für Anleger, die davon ausgehen, dass es eine dramatische Entwicklung in die eine oder andere Richtung geben wird, ist die Kombination aus einem Call und einem Put interessant. In diesem Fall ist es nicht wichtig, wohin sich der Wechselkurs bewegt, sondern dass er möglichst kräftig in die eine oder andere Richtung tendiert. Eine solche Strategie lässt sich mit den beiden oben vorgestellten Scheinen umsetzen, weniger risikoreich ist es jedoch, Papiere mit längeren Laufzeiten und Basispreisen dichter am aktuellen Wechselkurs zu wählen.
Abseits des Hauptgeschehens Euro versus Dollar gibt es für Anleger noch interessante Nebenschauplätze, etwa das Verhältnis des Euro zum Schweizer Franken. Mit Festlegung einer Untergrenze von 1,20 Schweizer Franken je Euro im September 2011 haben die Eidgenossen so etwas wie einen Nichtangriffspakt mit der Gemeinschaftswährung geschlossen.
In der Annahme, dass die Schweizer die Untergrenze anheben werden, war der Euro im Herbst bereits in Richtung 1,25 Franken marschiert, hatte dann jedoch zum Ende des Jahres hin wieder an Boden verloren. Der Rücktritt des Präsidenten der Schweizer Nationalbank (SNB) Philipp Hildebrand schließlich hat zu einem Rückfall des Euro bis auf 1,2054 Franken geführt.
Auch ohne den Euro-Pakt-Befürworter Hildebrand sollte die Untergrenze weiterhin Bestand haben. Die hohe Glaubwürdigkeit der Schweizer Nationalbank hat Spekulanten bisher davon abgehalten den Rubikon zu überschreiten. Für aktive Anleger ergibt sich hier eine interessante Tradingchance: Sie kaufen Turbo-Long-Zertifikate mit einem Knock-out knapp unter der von der SNB festgelegten Schwelle von 1,20 Franken. Die Deutsche Bank offeriert beispielsweise ein solches Papier mit einem Basispreis und einem Knock-out bei 1,1975 Franken und einer Laufzeit bis 22. März 2012. Gibt die SNB die Untergrenze bei 1,20 Franken auf, tritt sofort der Knock-out-Fall ein und der Schein verfällt wertlos. Anleger erleiden Verluste in Höhe des Kaufpreises von 1,02 Euro je Turbo. Wird die Marke jedoch erfolgreich verteidigt, haben Anleger theoretisch unbegrenzte Gewinnmöglichkeiten.
Damit es überhaupt dazu kommt, muss der Euro wieder fester werden. Dazu beitragen könnte beispielsweise eine erneute Spekulation auf eine Anhebung der Untergrenze durch die SNB. Bereits ein moderater Anstieg von 1,21 auf 1,22 Franken hätte einen Kurssprung des Turbos auf mehr als 1,82 Euro zur Folge, was einem Plus von rund 78 Prozent entspräche.
Anleger sollten auf Grund des hohen Risikos eines Totalverlusts allerdings nur sehr kleine Beträge in diese Wette investieren.
© 2012 ftd.de





















