Das Aufsichtsgremium Financial Stability Board (FSB) hat sich für eine Regulierung von Kreditderivaten auf Staaten ausgesprochen. "Immer dann, wenn etwas systemische Implikationen hat, kann man darauf setzen, dass es auch systemisch reguliert wird", sagte Mario Draghi, der FSB vorsteht und Präsident der italienischen Notenbank ist.
"Es ist sehr unwahrscheinlich, dass diese Märkte sich selbst überlassen werden", sagte Draghi. "Sie werden nicht so belassen, wie sie vor der Krise aussahen." Im FSB sind die nationalen Aufseher und Notenbanken vertreten. Das nach der Asienkrise gegründete Gremium hat von den G20-Staaten die Aufgabe bekommen, eine koordinierte regulatorische Antwort auf die Marktverwerfungen zu geben.
Mit Kredit-Ausfallversicherungen (Credit Default Swaps, CDS) können Investoren auf steigende Risikoprämien von Staaten wie Griechenland wetten. Diese Instrumente sind besonders heikel, weil sie Investoren mit einem vergleichsweise geringen Einsatz erlauben, auf eine steigende Ausfallwahrscheinlichkeit zu setzen. Weil Anleger für solche Geschäfte nicht entsprechend Staatspapiere halten müssen, gehen sie dabei oft geringe Risiken ein.
Im Extremfall könnten Spekulanten die EU zu einer Rettung Griechenlands treiben. Experten zufolge haben die CDS-Geschäfte den Anstieg der Renditen griechischer Staatsanleihen verstärkt. Damit sind auch die Zinskosten für den griechischen Staat stark gestiegen. Die verteuerte Kapitalaufnahme verstärkt wiederum die Schuldenkrise des Landes. Dementsprechend hatten sich Deutschland und Frankreich für härtere Vorschriften für den CDS-Handel ausgesprochen.
Bisher teilen nicht alle diese Einschätzung, dass mit Kreditderivaten exzessiv spekuliert wird. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin fand in einer Untersuchung keine Anhaltspunkte dafür, "dass in jüngster Zeit verstärkt Kreditderivate zur Spekulation gegen griechische Staatsanleihen genutzt worden sind". Demnach sei eine wesentliche Ursache des Anstiegs des CDS-Spreads die wachsende Nachfrage nach Kreditabsicherung für das Länderrisiko Griechenland, teilte die Bafin am Montagabend mit.
"Die von der zentralen Datensammelstelle, der US-amerikanischen Depository Trust & Clearing Corporation (DTCC), veröffentlichten Daten sprechen nicht für den Aufbau neuer offener Positionen und deuten auch nicht auf massive spekulative Aktivitäten hin", hieß es in einer Mitteilung der Finanzaufsicht.
Zwar räumte die Bafin ein, dass das Bruttovolumen ausstehender CDS-Kontrakte auf griechische Staatsanleihen laut DTCC Mitte Februar mit rund 83 Milliarden Dollar mehr als das Doppelte des Vorjahresstandes betragen hätte. Als Indikator für mögliche Spekulationen sei dagegen eher das Nettovolumen heranzuziehen. Letzteres verharre seit Januar nahezu unverändert bei rund 9 Milliarden Dollar. "Die der Bafin aktuell vorliegenden Marktdaten lassen damit nicht auf eine massive Spekulation schließen", folgerte die Finanzaufsicht.































