21.07.2010
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Gestörte Kommunikation? Die Bankberater hören offenbar nicht auf das, was die Zentralen vorgeben
Gestörte Kommunikation? Die Bankberater hören offenbar nicht auf das, was die Zentralen vorgeben
Foto: reuters

Bankentest

Die überforderten Bankberater

Aus diffuser Angst vor Inflation suchen die Deutschen mehr denn je den Rat ihrer Bank oder Sparkasse. Der Capital-Test zeigt: Deren Experten am Schalter sind mit den Sorgen ihrer Kunden hoffnungslos überfordert. Dabei wissen es die Bankzentralen oft besser.

Die Furcht vor einer Geldentwertung ist bei vielen deutschen Sparern derzeit besonders ausgeprägt. Capital schickte daher Testkunden zu 14 Banken und Finanzdienstleistern, die explizit nach inflationssicheren Anlagen fragten. Die meisten Berater gingen auf diese Sorge aber überhaupt nicht ein. Stattdessen empfahlen sie Standardprodukte, die zwar nicht schlecht sein müssen - im Falle einer Inflation aber häufig keine Vorteile bieten.

Die Testkunden gaben sich dabei als Familienvater mit eigener Immobilie aus, der 50.000 Euro mit einem Anlagehorizont zwischen fünf und zehn Jahren investieren wollte (Szenario I) oder als Single, der 15.000 Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren anlegen wollte (Szenario II). In beiden Fällen sollte das Geld so angelegt werden, dass ein inflationsbereinigter Werterhalt erreicht wird. Als Gegencheck fragte Capital bei allen getesteten Bankhäusern offiziell nach den Anlagekonzepten und Portfolioempfehlungen sowie nach einer Prognose zu Inflationsrate im Euroraum und der Rendite von US- und Euro-Staatsanleihen.

Das Ergebnis: Bankzentralen und -filialen gehen in Deutschland offensichtlich getrennte Wege. Während die Berater ihre Kunden im Regen stehen lassen, geben die hoch dotierten Chefökonomen der Finanzkonzerne durchaus brauchbare Empfehlungen ab. Eine Gegenüberstellung.

 Gegenüberstellung: Was sagt der Berater, was sagt die Bank?

 

 Portfolioempfehlungen der Bankzentralen (Szenario I)

 

 Portfolioempfehlungen der Bankzentralen (Szenario II)

 

 Die Prognosen der Banken

Wirtschaftsmagazin Capital

Mit welchen aberwitzigen Empfehlungen die Finanzberater Anleger abspeisen und wie Sie Ihr Geld wirklich schützen können, lesen Sie in Capital Heft 08/2010, das ab dem 22. Juli im Handel erhältlich ist.

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Was die Leser sagen

Ein angestellter Honorarberater
28.07.2010 | 15:43
Fehler im Artikel der Printversion + Ergänzung

Fehler:
Im "Szenario 3:Deflation" werden 2 ETFs im Anleihebereich empfohlen. Leider sind dort die Anlageziele vertauscht (der Eur.Corp.Bond legt in Unternehmensanleihen an, der EuroGov Germany in deutsche Staatsanleihen).
Ergänzung:
Im "Szenario 3: Inflation > 10%" wird (richtigerweise) Gold empfohlen und der XETRA-Gold als Instrument gewählt. Vorteil dort ist die schon ab Kleinbeträgen mögliche, physische Lieferung des Metalls. Leider ist das Ganze als (nicht zur Gänze) abgesicherte Schuldverschreibung aufgelegt. Um dem Sicherheitsgedanken etwas detaillierter Rechnung zu tragen, wäre ein zu 100% besicherter ETC sinnvoller (z.B. ETFS Physical Gold u.ä.).
Ansonsten ein klasse Artikel, der hoffentlich dazu beiträgt, die "Geiz-ist-geil"-Mentalität aus den Köpfen der Anleger zu bekommen. Gute Beratung kostet Geld, aber nicht zwangsläufig auf der Ebene der empfohlenen Produkte. Die Zukunft wird der Honorarberatung gehören, das muss nur beim Anleger durchdringen (wozu weiter langwierige Aufklärungsarbeit notwendig ist).

Frank Strippel
25.07.2010 | 13:31
w/ Bankenberatung

Sehr geehrte Damen und Herren,
aus eigener Beratungspraxis als unabhängiger Plansecur-Finanzplaner kann ich Ihr Testergebnis für Plansecur NICHT bestätigen. Transparenz (über Kosten und Wirkungsweisen der Produkte) und Fachkompetenz sind elementare Bausteine einer individuellen und überzeugenden Kundenberatung. Insofern halte ich das Testergebnis NICHT für repräsentativ.
Mit freundlichen Grüßen
Frank Strippel

Chri_Austria
23.07.2010 | 12:20
vom Regen in die Traufe...

Es ist reine Glückssache, zu welchem Berater man kommt. In Deutschland ebenso wie in Österreich. Nach 15 Jahren Banktätigkeit, weiss ich, dass es auch gute Berater gibt, nur, die sind schwer zu finden. Die Lösung: Honorarberatung. Ein Honorarberater wird immer auf die Themen des Kunden eingehen, da er nicht vom Produktverkauf, sondern von seiner Lösungskompetenz lebt, die er in Form von Honoraren abgegolten bekommt.
Jetzt auch in Österreich: www.honorar-beratung.at

Banker
23.07.2010 | 10:19
Bankenberatung

Leider ist schon ein gravierender Fehler in der gewählten Überschrift. Ein BANKBERATER ist nämlich schwierig zu finden, weil diejenigen die sich noch als Berater verstehen an einer Hand abzuzählen sind. Und diejenigen die dieses Prizip der Beratung erfüllen wollen, werden aus den Banken und Unternehmen gedrängt! Die "Ausbildung zum Bankkaufmann" sollte auch in "Ausbildung zum Vertriebskaufmann" umbenannt werden.

uwe muschalik
22.07.2010 | 10:56
bankenberatung

ihr kommentar ist gut, aber bei aller kritik an der bankenberatung sind die kaufempfehlungen der sogenannten fachzeitschriften auch nicht anders strukturiert. im lauf der zeit sind auch dort unrealistische empfehlungen geben worden. daher sollte sich jeder anleger über die wirtschaftliche lage selbst ein bild machen und danach handeln.

(Kommentare 1-5 von 5)

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Quelle: FMH-Finanzberatung
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