Und das in einer Situation, in der die Staaten kein Geld mehr für Banken- und Konjunkturhilfen haben. Kritisch wird vor allem die Refinanzierung unbesicherter, vorrangiger Anleihen. Das sind Anleihen, die einzig durch die Bonität des Emittenten besichert sind und nicht durch Vermögenswerte und deren Besitzer im Insolvenzfall zuerst bedient werden. Laut Datenanbieter Dealogic müssen Europas Banken 2673 dieser Anleihen über 485 Mrd. Euro refinanzieren und damit 60 Mrd. Euro mehr als 2011. 2013 sind dann 331 Mrd. Euro zu bedienen.
"Die Wiederöffnung des Marktes für vorrangige Anleihen ist der Schlüssel der Bankenfinanzierung", stellt Deutsche-Bank-Experte Jim Reid fest. Wegen der unabsehbaren Folgen der Schuldenkrise herrscht aber so ein großes Misstrauen gegenüber den meisten Banken, dass zuletzt schon niemand mehr deren unbesicherte Anleihen kaufen wollte. Die Banken suchen daher verzweifelt nach Alternativen zu dieser traditionellen Refinanzierungsform.
Nur begrenzt eine Alternative sind besicherte Anleihen wie der Pfandbrief. Da diese mit Sicherheiten wie Immobilienkrediten abgedeckt werden müssen, bildet der Bestand dieser Forderungen die Obergrenze des Emissionsvolumens - ein quasi natürlicher Hemmschuh. Diskutiert wird daher eine Renaissance der Verbriefung sowie Mischformen von Verbriefungen und Anleihen wie etwa Structured Covered Bonds.
Hilfe bietet die Europäische Zentralbank (EZB). Sie hat vor Weihnachten den Banken der Euro-Zone fast 500 Mrd. Euro für drei Jahre zu günstigen Zinsen geliehen, im Februar folgt der nächste Tender dieser Laufzeit. Das ermöglicht den Banken, Anleihen zurückzuzahlen, ohne an den Markt gehen zu müssen. EZB und Regierungen bieten zudem weitere Hilfsmaßnahmen an.
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