Am häufigsten fehlten Angaben, zum Beispiel zu Girokonten, Kreditkarten oder Handyverträgen. Ein weiteres Problem sind veraltete Daten. So waren zum Beispiel auch Kreditkarten gespeichert, die der Kunde längst gekündigt hatte. Das Problem: Zwei Kunden, die in Wirklichkeit gleichermaßen kreditwürdig sind, können wegen Fehler und Lücken ganz unterschiedlich behandelt werden. Die Schufa verwahrte sich gegen die Vorwürfe.
Neben dem Unternehmen umfasste die Studie Accumio, Bürgel, Creditreform, Deltavista und Infoscore, das zur "Capital"-Besitzerin Bertelsmann gehört. Wie "Finanztest" weiter ermittelte, waren die Auskünfte häufig auch unvollständig:Obwohl die Tester ausdrücklich ihren Scorewert angefordert hatten, übermittelte Creditreform diesen nur an zwei Drittel der Tester, Bürgel nur in 4 von 25 Fällen. Accumio, Infoscore und Deltavista verschickten ihn gar nicht. Bei der Schufa war hier nichts zu beanstanden.
Der Scorewert soll etwas über das Zahlungsverhalten und die Zahlungsfähigkeit aussagen. Benutzt wird er von Vertragspartnern wie Banken, Händlern und Mobilfunkanbietern für die Entscheidung, ob sie mit einem Kunden ein Geschäft machen, und zu welchen Konditionen. Finanztest zitiert den schleswig-holsteinischen Datenschützer Thilo Weichert mit der Aussage, es sei "nicht rechtmäßig", wenn auf ausdrückliche Anfrage kein Score mitgeteilt werde.
Schwachstellen beim Datenschutz
Schwachstellen zeigen sich zudem beim Thema Datenschutz. Bei Infoscore mussten nur vier der Tester mit einer Personalausweiskopie ihre Identität bestätigen, die anderen bekamen die Daten auch so. Bei Bürgel wurde überhaupt keine Identität geprüft. Unbefugten ist es so möglich, an sehr sensible Daten von Fremden zu kommen.
Die Schufa teilte in einer Presseklärung mit: "Dass Informationen zu Verträgen fehlen, ist nur zu einem Teil auf das Meldeverhalten von Unternehmen zurückzuführen." Es sei durchaus möglich, dass Unternehmen mit anderen Auskunfteien statt der Schufa zusammenarbeiten. Oder es handle sich um nicht meldepflichtige Daten, wie beispielsweise Informationen zu Hypothekarkrediten.
"Finanztest" hatte von Dezember 2009 bis März 2010 jeweils zwischen 82 und 94 Auskünfte pro Anbieter eingeholt. Diese Angaben waren damals teilweise noch kostenpflichtig. Seit 1. April sind alle Auskunfteien verpflichtet, auf Anforderung einmal pro Jahr eine kostenlose Selbstauskunft zu liefern.
Angaben zur Selbstauskunft gibt es unter folgenden Internet-Adressen:
saf-solutions.de (Accumio),
buergel.de (Bürgel),
ceg-plus.de/faq (CEG Creditreform Consumer),
deltavista.com (Deltavista),
arvato-infoscore.de (Infoscore Consumer Data),
meineschufa.de (Schufa)
Quelle: boerseonline
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