Es ist drei Seiten lang und enthält unterteilt in die Kategorien "Vorteile im Überblick", "Produktmodalitäten" und "Produktinformationen" viele wichtige Informationen auf einen Blick. Solche Produktinformationsblätter sollen MLP-Kunden künftig im Beratungsgespräch vorgelegt bekommen.
Anders als bei ING-Diba und Deutscher Bank, deren Informationsblätter kurz und knapp die wesentlichen Merkmale des Produkts und dessen Risiken erklären, haben MLP-Kunden auf der ersten Seite einen recht werblichen Text vor sich. Hier erklärt der Finanzvermittler die Vorteile seines Produktes. Also etwas, dass der Kunde in gesprochener Form zumindest schon einmal von seinem Berater dargeboten bekommen hat.
Auch auf den beiden folgenden Seiten fällt das MLP-Papier gegenüber den ungleich übersichtlicheren Beipackzetteln der beiden Banken ab. Trotz dieser kleiner Mängel, ist der Versuch transparent zu sein löblich.
Einheitliche Produktinformationsblätter
Ob dies auch Verbraucherministerin Ilse Aigner freuen wird, ist unwahrscheinlich. Die CSU-Politikerin wirbt bereits seit Sommer 2009 für einheitliche Produktinformationsblätter. So wie Patienten auf einem Beipackzettel über die Risiken und Nebenwirkungen ihres Medikaments unterrichtet werden, sollen auch Anleger die wichtigsten Informationen ihres Investments in knappen Worten dargelegt bekommen.
Das erste Echo seitens der Kreditwirtschaft war größtenteils zurückhaltend. Während offenbar die Mehrheit der Banken auf Zeit spielt und dermaleinst mit einer EU-weiten Regelung rechnet, haben die ING-Diba im September und die Deutsche Bank vor etwa einem Monat eigene Produktinformationsblätter vorgestellt. Man wolle Standards setzten, sagte Deutsche Bank Privatkundenvorstand Rainer Neske bei der Präsentation der Info-Blätter.
Kein leichtes Unterfangen, da Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die gemeinsam mehr als die Hälfte des Marktes ausmachen, sich noch zieren. Der Bundesverband deutscher Banken, als Dachverband der Privatbanken, will im März ein einheitliches Produktinformationsblatt folgen lassen.
Angesichts solch großer Unterschiede bleibt es - wieder einmal - am Kunden hängen, sich zu informieren und die richtigen Fragen nach dem Risiko, den Chancen und dem, was die Bank daran verdient, zu stellen.
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