10.03.2010
Auf zwei Seiten sollen Kunden alles Wichtige über das Produkt erfahren.
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Investor-Artikel

"Beipackzettel"

Banken führen Produktblatt flächendeckend ein

von Karsten Röbisch

Die deutschen Banken werden Finanzanlagen bald flächendeckend mit einer Produktbeschreibung verkaufen. Die Spitzenverbände der Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie der öffentlichen Banken stellten am Montag ein einheitliches Muster vor.

Das Produktblatt soll künftig von allen rund 1700 Mitgliedsinstituten verwendet werden. Die drei Verbände decken nach eigenen Angaben 80 Prozent des Privatkundengeschäfts in Deutschland ab. Die zweiseitige Broschüre enthält die wichtigsten Eigenschaften eines Produkts. Dazu zählen Informationen zur Anlagestrategie, den Risiken, den Renditechancen und den Kosten. Darüber hinaus wird die Wertentwicklung des Produkts abhängig von der Marktlage beschrieben. "Die Kreditwirtschaft muss ihre Produkte besser erklären und transparenter machen", sagte Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV).

Die Einführung des "Beipackzettels" kann je nach Bankenverbund variieren. "Wir wollen die Broschüre noch im Frühjahr einführen", sagte eine Sprecherin des Bundesverbands der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR). Eine Sprecherin des DSGV wollte sich dagegen nicht auf einen Termin festlegen. Ebenso unklar ist, für welche Anlageformen es das Informationsblatt geben wird. Während Volks- und Raiffeisenbanken es sofort für alle Produkte wie Sparpläne, Zertifikate, Fonds und Bankeinlagen anfertigen wollen, werden die Sparkassen nach Angaben des DSGV in einem ersten Schritt nur Wertpapiere einbeziehen.

Gemeinsame Standards angestrebt

Mit dem "Beipackzettel" setzen die Banken eine Anweisung der Bundesregierung um. Als Konsequenz aus der Finanzkrise hatte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) vergleichbare und verständliche Informationsblätter zu den Finanzprodukten gefordert. Sie drohte mit einer gesetzlichen Verpflichtung, sollten die Banken nicht zu einer freiwilligen Lösung kommen.

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB), dem die privaten Kreditinstitute angehören, hatte bereits Ende Februar ein eigenes Musterschreiben vorgestellt. Sparkassen, Raiffeisen- und öffentliche Banken riefen die Konkurrenz gestern auf, an einem einheitlichen Formular mitzuarbeiten. Der BdB erklärte sich gesprächsbereit: "Uns ist daran gelegen, einen gemeinsamen Standard für ein verständliches Produktinformationsblatt zu schaffen" , sagte ein BdB-Sprecher.


Quelle: ftd
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