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18.08.2010
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Die Anlagemöglichkeiten bei seltenen Erden sind rar
Die Anlagemöglichkeiten bei seltenen Erden sind rar
Foto: dpa-PA
Investor-Artikel

Spezialmetalle

Selten so gezockt am Rohstoffmarkt

von Maximilian Pisacane

Sie stecken in jedem Smartphone, Solarmodul, Flachbildschirm und Elektromotor: seltene Erden. Die Vorkommen sind da, aber die Kapazitäten der Förderung sind begrenzt. Mutige Anleger spekulieren mit Aktien auf den heißesten Trend am Rohstoffmarkt.

Seltene Erden heißt eine Gruppe von 17 Metallen mit Namen wie Scandium, Yttrium oder Lanthan. "Im Rohstoffsektor ist das der Megatrend schlechthin, kaum etwas wird derzeit heißer diskutiert", sagt Dirk Müller. Einst machte sich der Börsenmakler auf dem Frankfurter Parkett als Mister DAX einen Namen, heute gibt es den Börsenbrief "Cashkurs Trends" heraus. Aktien aus diesem Sektor - darunter vor allem hochriskante Nebenwerte - haben in den vergangenen Monaten eine wahre Rally hingelegt.

So selten, wie der Name vermuten lässt, sind die Metalle gar nicht. Auf 99 Millionen Tonnen schätzt die Behörde US Geological Survey die Reserven weltweit, ein Drittel davon entfällt auf China. "Die Nachfrage beträgt derzeit rund 130.000 Tonnen im Jahr", sagt Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank. So schnell werden die im Boden liegenden Spezialmetalle also noch nicht ausgehen.

Das Problem bei diesen Rohstoffen ist weniger ihr Vorkommen als vielmehr der Abbau. Einige Marktkenner meinen, bereits 2013 könnte die Nachfrage die Produktion übersteigen. Denn China beherrscht 97 Prozent des Marktes und diktiert die Regeln. Zwar gibt es auch anderswo Minen, doch die sind oft stillgelegt oder noch nicht erschlossen. Bis zum Produktionsstart können mehr als zehn Jahre vergehen.

Dazu kommt, dass die geringe Konzentration der Spezialmetalle in den Vorkommen die Produktion erschwert - das ist im Übrigen der eigentliche Grund für die Bezeichnung "selten". Weinberg ergänzt, dass sich die Chinesen außerdem einen Know-how-Vorsprung erarbeitet haben: "Durch die Dominanz Chinas in den vergangenen zehn Jahren auf diesem Gebiet sind sie bei den Abbaumethoden heute führend", sagt er.

Wirklich rar sind die Anlagemöglichkeiten. Zwar bietet die Royal Bank of Scotland Zertifikate an, doch die decken nur wenige Spezialmetalle ab. Mutigen Anlegern bleiben derzeit also nur Aktien. Börsenprofi Müller gefallen vor allem die Titel von China Rare Earth, Lynas, Neo Materials und Molycorp. Denn diese Unternehmen produzieren bereits oder stehen zumindest kurz davor.


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 Quelle: vwd netsolutions GmbH
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