Um jene Unternehmen zu identifizieren, an denen Private-Equity-Firmen möglicherweise Beteiligungen erwerben könnten, haben die Analysten der US-Bank
Morgan Stanley mehrere Kennzahlen herangezogen.
Eine ist zum Beispiel das Verhältnis von operativem Gewinn zu den Zinszahlungen. Bei
BP lag der Faktor zuletzt bei 27,3. Das beweist die Finanzkraft des britischen Ölmultis. Weil der Ölpreis im dritten Quartal deutlich unter dem Vorjahresniveau lag, hat der Konzern zwar einen spürbaren Gewinnrückgang verbucht. Die Zahlen liegen jedoch merklich über den Erwartungen der Analysten. Das Einsparziel für 2009 hob Vorstandschef Tony Hayward von drei auf vier Milliarden Dollar an. Um die Produktion zu erhöhen, will er innerhalb von 20 Jahren 15 Milliarden Dollar im Irak investieren.
Von den steigenden Ölnotierungen profitiert auch der norwegische Betreiber von Offshore-Ölplattformen, die hauptsächlich in der Tiefsee zum Einsatz kommen,
Fred. Olsen Energy. "Wegen des Anstiegs des Ölpreises und der Erholung an den Finanzmärkten gibt es erste positive Zeichen, vor allem in Großbritannien", sagte der Vorstandsvorsitzende Helge Haakonsen bei der Vorlage guter Neun-Monats-Zahlen. Derzeit liegt Fred. Olsen Energy im Clinch mit BP, weil die Briten die Konditionen für das Ausleihen eines Bohrturms nachverhandeln möchten. Die Norweger gaben sich jedoch überzeugt, einen neuen Kunden zu finden, falls dieser Auftrag von BP wegfällt.
Mit einer Dividendenrendite von fünf Prozent überzeugt
Parmalat. Der Molkereikonzern hat in den ersten neun Monaten den operativen Gewinn um 20,6 Prozent gesteigert. Vorstandschef Enrico Bondi erhöhte die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr. "Wir suchen nach Akquisitionszielen, um unsere Präsenz in den Emerging Markets zu stärken", sagte er.
Genauso kräftig wie Parmalat hat der österreichische Konzern
Semperit den Profit verbessert. Zwar ging der Absatz von Kunststoffprodukten für industrielle Anwendungen zurück. Hingegen wuchs das Geschäft mit medizinischen Gummihandschuhen deutlich. Um die wachsende Nachfrage bedienen zu können, baut der Konzern eine zweite Fabrik in Thailand.
Bei dem Versorger
International Power kochen Übernahmegerüchte hoch. Angeblich bereitet der französische Riese GDF Suez ein Angebot vor. Die Geschäfte bei den Engländern laufen ohnehin erfreulich: Der Cashflow werde "deutlich über" dem Vorjahreswert liegen, sagte Vorstandschef Phil Cox. Das herausfordernde Umfeld auf dem Heimatmarkt und in den USA macht der Konzern durch das starke Geschäft in Asien und Australien wett. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt bei lediglich eins. Vielleicht kommen GDF aber Investoren aus der Private-Equity-Branche zuvor.
Quintett für den Einkaufskorb
Aktie/ |
Kurs- Buchwert- Verhältnis¹ |
Divid.- rendite 2009e |
operat. Gewinn zu Zinsaufw. |
Ergebnis je Aktie² 2009e |
Ergebnis je Aktie² 2010e |
KGV³ 2010e |
|---|---|---|---|---|---|---|
BP |
1,7 |
6,1 % |
27,3 |
0,77 |
1,03 |
9,2 |
Fred. Olsen Energy |
2,3 |
11,4 % |
12,8 |
40,37 |
45,64 |
4,9 |
International Power |
1,0 |
4,4 % |
2,5 |
30,38 |
28,12 |
9,8 |
Parmalat |
1,2 |
5,0 % |
16,6 |
0,09 |
0,10 |
19,1 |
Semperit |
1,8 |
3,9 % |
168,9 |
1,84 |
1,98 |
12,9 |
1) Kurs dividiert durch Eigenkapital je Aktie; 2) in Landeswährung, BP in Dollar; 3) Kurs-Gewinn-Verhältnis; e = erwartet
Quelle: Morgan Stanley, Reuters
Quelle: boerseonline
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