Bill Ackman ist mit 43 Jahren noch jung, aber hoch talentiert. So warnte er frühzeitig von Kursstürzen bei Anleihenversicherungen wie MBIA oder Ambac. Seine neuste Idee: Corrections Corporation of America - ein privates Gefängnisunternehmen. Ackman sorgte für großes Gelächter, als er die Aktie vorstellte. Es sei wie eine Hotelkette, nur würde die Eingangshalle nicht so oft renoviert. Die Regierung sei der größte Kunde, die Nachfrage nach Gefängnisbetten steige und das Angebot sei knapp. Dann witzelte er über die Zuschauer - vor allem Hedgefondsmanager - und sage in Anspielung auf den Insider-Megaskandal an Wall Street beim Hedgefonds Galleon: "Es ist für sie auch eine Absicherung gegen ihr Geschäft, die Börsenaufsicht SEC krempelt ja die Ärmel hoch". Der Saal lachte, aber man möchte gern wissen, wie vielen das Lachen im Hals stecken blieb.
Corrections Corporation of America ist der Marktführer in den USA. Insgesamt verwalten private Unternehmen knapp acht Prozent aller Gefängnisbetten, Tendenz stark steigend. Laut Ackman bieten sie einen besseren Service als die staatlichen Institutionen. Bei letzteren liegt die Fluchtrate bei 5,5 Prozent je 10.000 Insassen, bei privaten Anbietern bei nur 0,7 Prozent, obwohl sie mit rund der Hälfte der Kosten auskommen. Laut Ackmans gab es 1990 nur 11.000 private Gefängnisbetten, heute sind es 185.000. Nach seiner Schätzung kommen in den nächsten drei Jahren 90.000 hinzu. Nicht nur seien staatliche Gefängnisse hoffnungslos überbelegt - beispielsweise in Kalifornien mit 170 Prozent - , es steige auch die Anzahl der Straftaten, vor allem in einer schwierigen Wirtschaftslage mit einer hohen Arbeitslosenrate.
Das Unternehmen ist aktionärsfreundlich, kaufte für 125 Millionen Dollar insgesamt zehn Millionen Aktien vom Januar bis März zurück - eine smarte Entscheidung, heute liegt der Kurs mit 25 Dollar mehr als doppelt so hoch. Trotzdem lohnt sich der Einstieg laut Ackman noch. Das Management ist gut und besitzt zusammen mit dem Board of Directors 5,4 Prozent am Unternehmen. Die Bilanz ist blitzsauber, der freie Cash Flow beeindruckend und die Markteintrittsbarrieren für Wettbewerber hoch - ein neues Gefängnis kann leicht 150 Millionen Dollar kosten. Ackman fing seine Präsentation um 15.10 Uhr an, im Saal summten die Blackberrys: keine Viertelstunde später stieg und stieg der Kurs der Aktie, um letztlich um einen Dollar oder vier Prozent bei hohem Volumen zu steigen. Ackmans Kursziel: 40 bis 50 Dollar oder 60 bis 100 Prozent Kursgewinn. Auf die Frage eines Zuschauers, ob er denn auch mal ein Gefängnis von innen besichtigen werde, antwortete Ackman: "Ich hoffe doch nicht".
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