2,4 Prozent lautet die bisherige Prognose des US-Handelsministeriums, die man zum Abschluss des Quartals am 30. Juli abgab. Viele makroökonomische Größen wie Lagerhaltung der Unternehmen waren zu dem Zeitpunkt noch geschätzt. Am 27. August wird eine revidierte und genauere Zahl bekannt gegeben. Nach Schätzung von JP Morgan könnte das Bruttoinlandsprodukt dann mit 1,3 Prozent äußerst schwach ausfallen. Selbst wenn es ein wenig mehr wird: Das ist eine Enttäuschung.
Dabei zeigten die USA nach der Finanzkrise gute Ansätze, wieder in alte Form zu kommen. Die Wirtschaft legte beispielsweise im ersten Quartal um 3,7 Prozent zu. Doch die Zuwächse waren nicht zuletzt durch das 2009 beschlossene 800 Milliarden-Dollar-Konjunkturprogramm angetrieben. Mit dem Auslaufen der Staatshilfen kehrt der triste Alltag ein: Hohe Arbeitslosigkeit und Konsumunwilligkeit der überschuldeten Amerikaner bremsen die größte Volkswirtschaft der Welt.
So stieg die Sparrate der Amerikaner gemessen am Nachsteuereinkommen von weniger als ein Prozent 2007 auf derzeit 6,4 Prozent. Nach jüngsten Zahlen fielen die Konsumentenschulden um 4,5 Prozent in Mai, ein Abnahme um neun Mrd. Dollar – zum 20 Mal in Folge fiel die monatliche Kennzahl. Das alles macht sich bemerkbar, denn knapp 70 Prozent des Wirtschaftswachstums stammen vom Konsum.
Das wird sich auch auf lange Sicht nicht ändern. Ende 2011 rechnet Goldman Sachs mit einer Arbeitlosenrate von zehn Prozent, derzeit sind des 9,6 Prozent. Das Wachstum schleppt sich nach der Ansicht des Goldman-US-Chefökonomen Jan Hatzius, einem Deutscher und einem der besten Volkswirte an der Wall Street, mit 1,5 Prozent bis März 2011 nur so dahin.
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