Die Börsen sind so fulminant ins Jahr gestartet, dass die von Strategen für Ende 2012 prognostizierten Stände bereits im Frühjahr greifbar scheinen. Der
DAX ist im Januar kräftig gestiegen und hat die Marke von 6500 genommen - da fehlen nur noch drei Prozent, um in die Bandbreite von 6700 bis 7000 Punkten vorzustoßen, innerhalb derer die meisten Analysten den Jahresendstand verortet haben.
Ähnlich sieht das Bild bei anderen großen Indizes aus: Der
Dow Jones hat seit Jahresbeginn rund 500 Punkte zugelegt,
S&P 500 und
Euro Stoxx 50 sind jeweils rund fünf Prozent im Plus. Anlegern stellt sich die Frage, wie es an den Börsen weitergehen wird und auf welche Sektoren sie setzen sollen.
Getragen wurde die Rally vor allem von großen zyklischen Werten. Der Kurs des Autobauers Daimler ist um 18 Prozent gestiegen, das Papier des US-Baufahrzeugherstellers Caterpillar legte seit Jahresbeginn 20 Prozent zu, die Notierung des Stahlriesen ThyssenKrupp um 22 Prozent. Eine Reihe von Experten rät deshalb, jetzt in Nebenwerte einzusteigen. Die wegen der geringen Marktkapitalisierung auch als Small Caps bezeichneten deutschen Aktien sind bisher nicht ganz so stark gestiegen wie die Papiere der großen Zykliker. Der Nebenwerteindex SDAX hat seit Jahresbeginn knapp sechs Prozent gewonnen, er hinkt damit dem DAX hinterher. In den USA hat der Small-Cap-Index Russell 500 mit plus 5,7 Prozent den Dow Jones schon hinter sich gelassen.
"Nebenwerte haben in der Vergangenheit in der Frühphase des Aufschwungs besser abgeschnitten als Standardwerte", so John Velis, Leiter Kapitalmärkte bei Russell Europe. Die bisherige globale Börsenentwicklung spreche dafür, dass auch die deutschen Small Caps noch zulegen werden: "Der globale Trend ist ermutigend."
Karl Huber, Manager des Fonds German Equity bei Pioneer Investments, ist ebenfalls dieser Ansicht: "Die deutschen Nebenwerte bieten gute Anlagemöglichkeiten." Auch wenn sich die Konjunktur wegen der Euro-Krise eintrüben sollte, blieben die Grundbedingungen für kleinere Unternehmen gut. "Viele Nebenwerte sind Marktführer in ihren Nischen, haben niedrige Finanzierungskosten und sind in den stark wachsenden Schwellenländern gut aufgestellt", so Huber. So profitiere Maschinenbauer Gea von hoher Nachfrage nach Produktionsgütern für die Nahrungsmittelherstellung. "Dem Lackiertechnikanbieter Dürr beschert der Bau neuer Automobilfabriken in China volle Auftragsbücher", sagt der Fondsmanager. Technologieanbieter Dialog Semiconductor verdiene kräftig am Smartphone-Boom, weil er Komponenten für Apple wie für Samsung fertige.






















