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20.12.2011
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Foto: dapd/Thomas Lohnes; Agennix
Investor-Artikel

Mittelstandsaktien

Fahrt über ein Minenfeld

von Christoph Hus

Das Börsensegment Entry Standard hat viele Investoren enttäuscht. Das Risiko, in kürzester Zeit viel Geld zu verlieren, ist hoch. Eine Bestandsaufnahme.

Nirgendwo sonst an der Börse liegen Licht und Schatten so nah beieinander wie am Frankfurter Mittelstandsaktienmarkt Entry Standard. Dort notierte Papiere haben Anlegern in der Vergangenheit hohe Verluste eingebracht, aber auch hohe Gewinne beschert. So stürzte die Aktie des Fotovoltaikanbieters Payom Solar in den vergangenen zwölf Monaten um 85 Prozent ab. Mehr Glück hatten Investoren mit dem Papier des Hamburger IT-Dienstleisters Info. Es legte im gleichen Zeitraum wegen der Übernahme des Unternehmens um mehr als 100 Prozent zu.

Solche satten Kursanstiege können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich das Börsensegment Entry Standard seit seiner Einführung im Jahr 2005 für Anleger zu einer großen Enttäuschung entwickelt hat. Der Entry Standard Index, der die Entwicklung der 30 größten Unternehmen widerspiegelt, ist in den vergangenen sechs Jahren fast kontinuierlich gesunken und hat mehr als die Hälfte seines Punktestands eingebüßt.

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Ein großer deutscher Finanzdienstleister lässt in einem internen Papier kein gutes Haar am Entry Standard: "Ein Engagement in diesem schwach regulierten und schwer durchschaubaren Marktsegment ist aufgrund der geringen Transparenz und kaum vorhandener Anlegerschutzbestimmungen selbst für professionell arbeitende Investoren mit dem Gang über ein Minenfeld vergleichbar."

Die Deutsche Börse hat den Entry Standard im Oktober 2005 als Alternative zum regulierten Markt gegründet. Kleine und mittelständische Unternehmen sollten hier einfach und kostengünstig Zugang zum Aktienmarkt bekommen und von niedrigen Transparenzanforderungen profitieren. Das sei gelungen, lässt die Börse verlauten. Zum Sturzflug des Index will man sich aber nicht äußern, genauso wenig zu den Skandalen der vergangenen Jahre.

Besonders hohe Wellen schlug im Jahr 2006 der öffentliche Aufruhr um den Nahrungsergänzungsmittelproduzenten Neosino. Ein Fernsehmagazin hatte berichtet, die Produkte des Unternehmens würden keine der versprochenen Nanopartikel enthalten. Daraufhin stürzte der Kurs der Neosino-Aktie an einem Tag um fast die Hälfte ab. Anleger fühlten sich an die Skandalunternehmen des Neuen Markts erinnert. Neosino änderte seinen ramponierten Namen später in Adinotec.


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Quelle: FMH-Finanzberatung
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