Diese Untersuchung ist doch überhaupt nicht aussagekräftig:
5 Vorstandsmitglieder lagen richtig mit ihrem Aktienkauf,
5 Führungsmitglieder ( 3x Vorstand,1xFinanzvorstand,1xnur Aufsichtsratschef) lagen daneben. Und nun?
Der große Anlagetip ist das doch wahrhaftig nicht.
Topmanager schlagen mit ihren Aktiengeschäften den breiten Markt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Frankfurter Analysehauses 2iQ Research für die Financial Times Deutschland. Demnach schneidet eine Aktie drei Monate nach einem Insiderkauf im Durchschnitt 3,5 Prozentpunkte besser ab als der Vergleichsindex. Auch Verkäufe sind relevant: Stößt eine Führungskraft Anteilscheine seines Arbeitgebers ab, hinkt der Titel dem breiten Markt nach drei Monaten im Schnitt um 2,1 Prozentpunkte hinterher.
Die Untersuchung von 2iQ Research ist der jüngste Beleg dafür, dass die Transaktionen der Firmeninsider eine wichtige Informationsquelle für Anleger darstellen. Unternehmen müssen die Aktiengeschäfte ihrer Führungsriege, Aufsichtsräte und Großaktionäre gegenüber ihren Anlegern und Finanzaufsichtsbehörden offenlegen. 2iQ Research wertet diese sogenannten Directors' Dealings europaweit aus.
Für die Studie untersuchten die Frankfurter Analysten alle Insidertransaktionen von Topmanagern in Deutschland, die von Juli 2002 bis Dezember 2010 gemeldet wurden: 6633 Käufe und 3509 Verkäufe. Als Vergleichsindex diente der CDAX, der alle an der Frankfurter Wertpapierbörse notierten deutschen Aktien aus den Segmenten General Standard und Prime Standard umfasst.
Dass die Insider bei ihren Aktiengeschäften meist ein gutes Händchen beweisen, ist keine neue Erkenntnis, sondern wurde in den vergangenen Jahren durch viele Studien vor allem in den USA belegt. Überraschend ist jedoch, wie eindeutig die Ergebnisse der 2iQ-Untersuchung ausfallen - und dass sich der Vorsprung der Insideraktien über die Zeit noch ausbaut. So liegt eine Aktie einen Monat nach einem Insiderkauf im Schnitt 2,6 Prozentpunkte vor dem breiten Markt. Nach drei Monaten sind es 3,5, nach einem halben Jahr schon 4,8, nach neun Monaten 5,9 und nach einem Jahr schließlich sieben Prozentpunkte. Ebenso sukzessive steigt der Abschlag zum Vergleichsindex nach einem Insiderverkauf von 1,5 Prozentpunkten nach einem Monat bis auf 9,2 Prozentpunkte nach einem Jahr.
Den Insidern ins Depot geschaut |
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Stimmungsindikator Der FTD-Insiderindex wird mithilfe der Buy-Sell-Ratio berechnet, die das Kaufvolumen der Insider zum Verkaufsvolumen ins Verhältnis setzt. 2iQ Research vergleicht die aktuelle Buy-Sell-Ratio mit dem Schnitt aus drei Jahren. Erreicht die Quote ein Drei-Jahres-Hoch, steigt der Index auf 100 Punkte. |
Optimisten Österreichs Topmanager trauen den Aktien ihrer Konzerne derzeit am meisten zu - im vergangenen Quartal kauften sie viel mehr Titel als im Schnitt der letzten drei Jahre. In Frankreich dagegen regiert die Skepsis. Auch bei den Branchen gibt es klare Unterschiede: Für Insider aus der Grundstoffindustrie sind die Aktien ihrer Konzerne klar unterbewertet, in der IT-Branche herrscht dagegen Zurückhaltung. |
"In der Wissenschaft wird oft argumentiert, dass Insider vor allem einen kurzfristigen Wissensvorsprung haben", sagt 2iQ-Geschäftsführer Patrick Hable. "Unsere Zahlen zeigen aber, dass sie offensichtlich längerfristig agieren, sonst würde sich der Vorsprung zur Marktrendite nicht so signifikant über die Zeit aufbauen." Die Untersuchung widerlegt zudem das immer wieder geäußerte Argument, es lohne sich für Anleger nicht, auf Insidertransaktionen aufzuspringen, weil die Directors' Dealings oft erst mit einigen Tagen Zeitverzug gemeldet würden - und die neuen Informationen dann schon im Kurs verarbeitet seien. Der 2iQ-Auswertung zufolge wären Anleger in den vergangenen Jahren selbst dann noch gut gefahren, wenn sie die Insidergeschäfte Wochen später nachvollzogen hätten.
Wichtig ist allerdings, vor allem auf die Topmanager zu achten. "Wir haben auch Transaktionen anderer Insider untersucht, etwa von Aufsichtsräten. Deren Signale sind aber längst nicht so aussagekräftig wie die der Topmanager", sagt Hable. Der Grund liegt Hable zufolge auf der Hand: Der Vorstandsvorsitzende oder der Finanzchef haben tiefe Einblick in die Bücher, kennen die Auftragslage ihres Unternehmens und wissen genau, wie es um die Branche bestellt ist. Darum sollten sie gut einschätzen können, ob das Wertpapier ihrer Firma an der Börse gerade unter- oder überbewertet ist. Ein Aufsichtsrat dagegen beschäftigt sich nur alle paar Wochen mit dem Unternehmen. Sein Wissen über die Firma geht in vielen Punkten nicht über das von Finanzprofis wie Fondsmanagern oder Analysten hinaus.
Hable rät außerdem, sich nicht auf große und daher vermeintlich besonders wichtige Transaktionen zu beschränken: "Unseren Zahlen zufolge sind Orders zwischen 25.000 und 250.000 Euro am aussagekräftigsten.

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