Völlig unerwartet scheint sich der Bremer Luft- und Raumfahrtkonzern OHB Technology im Bieterwettstreit um den Bau von acht Satelliten des europäischen Navigationssytems Galileo gegen EADS Astrium durchgesetzt zu haben. Das jedenfalls verlautete am Freitag aus Kreisen der EU-Kommission.
Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Die Bremer haben sich im Bau von Kleinsatelliten in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht. Auf der Preisseite ist der Konzern mittlerweile das Maß aller Dinge. Und die Qualität ist mindestens so gut wie bei den Wettbewerbern, wenn nicht sogar besser.
Schon 2001 gelang es den Bremern, sich in einer Ausschreibung zum Aufbau des Spionagesatellitensystems SAR-Lupe gegen EADS durchzusetzen. Mit dem Galileo-Auftrag steht OHB Technology nun vor einem weiteren Meilenstein der Unternehmensgeschichte.
Volumen von 350 Millionen Euro
Die EU-Kommission will die Mitgliedstaaten am Mittwoch über ihre Entscheidung offiziell unterrichten. Bis dahin haben Anleger noch Zeit, eine Position in Aktien von OHB Technology aufzubauen. Die Bekanntgabe dürfte den Kurs beflügeln.
Zudem sind die Chancen auf weitere Aufträge im Zusammenhang mit dem Galileo-Projekt deutlich gestiegen. Insgesamt sollen zunächst 22 Satelliten gebaut werden, gestaffelt auf Produktionslose von acht und 14 Satelliten. Ob EADS Astrium den anderen Auftrag bekommt, ist noch nicht sicher. In einigen Jahren soll dann erneut eine Ausschreibung für sechs Satelliten stattfinden.
Der Galileo-Auftrag im Volumen von 350 Millionen Euro entspricht dem rund 1,5-fachen des zuletzt erzielten Jahresumsatzes. Insgesamt verfügen die Bremer damit über ein Orderbuch von mehr als einer Milliarde Euro. Das sichert das Wachstum auf Jahre hinaus. Auch langfristig besitzt die OHB-Aktie also hervorragende Perspektiven.
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