Mark Hurd verschärft den Wettbewerb mit Cisco: Seit seinem Amtsantritt 2005 hat der Vorstandschef von Hewlett-Packard mehr als 30 Unternehmen gekauft, zuletzt im vergangenen Jahr für 13,2 Milliarden Dollar Electronic Data Systems. Nun übernimmt er für 2,7 Milliarden Dollar 3Com.
3Com ist vor allem deswegen für HP interessant, weil der Konzern mehr als 50 Prozent seiner Umsätze in China macht. Nach dem Platzen der Internetblase hat 3Com 2003 das Silicon Valley in Santa Clara (Kalifornien) verlassen und den Firmensitz nach Marlborough (Massachusetts) verlegt. Vorstandschef Robert Mao, der im April 2008 den Topjob übernommen hat, versucht mit günstigen Preisen Marktanteile von Cisco zurückzuerobern.
„Durch den Zusammenschluss mit 3Com entsteht die weltweit zweitgrößte Netzwerktechnikfirma“, sagt Dave Donatelli, Chef der Serversparte von Hewlett Packard. 3Com verbuchte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2009/10, das im August endete, einen Umsatzrückgang um 15,2 Prozent auf 290,5 Millionen Dollar.
HP-Chef Hurd erhöhte die Prognose für das Geschäftsjahr 2009/10, das im Oktober endet, leicht. Er möchte einen Umsatz von 118 bis 119 Milliarden Dollar erzielen. Darin sind die Ergebnisse von 3Com noch nicht enthalten.
Die Kaufempfehlung für die Aktie von Hewlett-Packard bleibt bestehen. Das Papier könnte zwar kurzfristig unter Druck kommen, weil sich Investoren Sorgen machen, dass HP mit einem Kursaufschlag von 39 Prozent auf den gestrigen Schlusskurs von 3Com zuviel für die Übernahme bezahlt. Bald schon dürften sich Anleger aber darauf konzentrieren, dass Hurd den weltgrößten Computer- und Druckerhersteller erfolgreich restrukturiert und durch zahlreiche Übernahme das Wachstum des Konzerns beflügelt hat. Dann sollte die Aktie den Aufwärtstrend fortsetzen.
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