China ist ein Land der Widersprüche: prosperierende Metropolen auf der einen Seite, rückständige Landesteile auf der anderen; hemmungsloser Kapitalismus trotz begrenzter Freiheiten. Auch die Börse gibt derzeit ein widersprüchliches Bild ab: Obwohl die Wirtschaft zweistellig wächst, hat die Börse in Schanghai seit April ein Drittel an Wert eingebüßt.
Hans Hölzl, Portfoliomanager bei Union Investment, führt das vor allem auf die Vorkehrungen der Regierung zurück, die Spekulationen mit Immobilien einzudämmen. "Das Kursminus ist fast ausschließlich den Maßnahmen zur Abkühlung des Immobilienmarkts zuzuschreiben", erklärt er. Nachdem die Häuserpreise in den Großstädten seit Anfang 2007 um zwei Drittel gestiegen waren, fürchteten Anleger eine Immobilienblase, die platzen und somit der gesamten Wirtschaft schaden könnte.
Die Maßnahmen der Regierung, dazu gehören etwa höhere Eigenkapitalanforderungen beim Kauf von Zweitwohnungen und eine gedrosselte Kreditvergabe, wirken inzwischen. Im Juni sanken die Häuserpreise erstmals seit Februar 2009. Richard Wong, Fondsmanager bei HSBC, hält einen Rückgang von 20 Prozent in den nächsten sechs bis neun Monaten für wahrscheinlich. "Das klingt viel, bringt uns aber nur auf das Niveau von Anfang 2010 zurück", so Wong. Die Banken und die gesamte Volkswirtschaft sollten diesen Rückgang gut verkraften.






























