11.06.2010
 CAPITAL-SERIE Der Börsenkommentar

Das Thema der Woche an den Finanzmärkten aus dem Blickwinkel der capital.de-Redaktion.


Jochen Mörsch, Ressortleiter Geld.
Jochen Mörsch, Ressortleiter Geld.
Foto: Capital
Investor-Artikel

Börsenkommentar

Wer Weltmeister wird

von Jochen Mörsch

Es ist in den kommenden vier Wochen die Frage aller Fragen: Wer wird Fußball-Weltmeister? Die Ökonomen diverser Banken haben ihre Rechenmaschinen angeworfen und statistische Fakten, Wettquoten und Transfersummen ausgewertet. Die Vorhersagen der Finanzprofis.



Was hat man Ökonomen in den vergangenen Monaten nicht alles vorgeworfen: Sie haben weder die Finanzkrise noch die Euro-Schwäche vorhergesehen. Sie wissen nicht, wie hoch der Schaden ist, den die Ölpest verursacht. Und sie streiten darüber, ob uns bald eine Inflation oder eine Deflation bevorsteht. Doch nun haben sie eine neue Chance - es geht nur darum, richtig vorherzusagen, wer Fußball-Weltmeister wird. Eigentlich nichts leichter als das ...

Einen recht einfachen Zugang wählen die Analysten von UniCredit. Ihre Grundidee, die sie sich bei den Professoren Jürgen Gerhards und Gert C. Wagner abgeschaut haben: Die Stärke einer Mannschaft spiegelt sich am besten im Transferwert ihrer Spieler wider. Schließlich gelte auch auf dem internationalen Transfermarkt das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Soll heißen: Je höher der Preis für einen Spieler ist, desto höher sollten auch seine fußballerischen Fähigkeiten sein. Eine bestechende Logik. Und wer gewinnt? Spanien! Die Iberer liegen mit einem Mannschaftswert von 650 Millionen Euro weit vor den Engländern (448 Millionen Euro) und Frankreich (367 Millionen). Deutschland rangiert auf Platz sieben.

Gleich zwei andere Ansätze verfolgen die Volkswirte der DekaBank: Zum einen modellierten die Banker ein statistisches Modell auf Basis der Spielausgänge der drei vergangenen Weltmeisterschaften. Zum anderen stimmte das Team per Handzeichen über den Ausgang der einzelnen Runden ab. Die Ergebnisse sind überraschenderweise dieselben: Brasilien schlägt im Finale Spanien.

Deutlich umfangreichere Studien kommen von Goldman Sachs, UBS und Commerzbank. Beispiel Commerzbank: Auf 16 Seiten analysieren die Experten Weltranglistenplatzierung, Turnierbilanz und beachten sowohl Heim- als auch Kontinentvorteil. Das Ergebnis deckt sich mit dem der Deka: Brasilien gewinnt im Finale gegen Spanien und wird Weltmeister. UBS und Goldman schließen sich an: Brasilien!

Und wer bekommt nun recht? 2006 stellte Italien zusammen mit Brasilien die teuersten Teams. Gewonnen hat Italien. Das spräche für die aktuell teuren Kicker aus Spanien. Doch die Statistik hat auch gute Argumente für die Südamerikaner parat: Schließlich sind die Brasilianer die einzige Nation, die schon eine Fußball-WM außerhalb des eigenen Kontinents gewannen hat. Und die UBS, die 2010 auf die Jungs vom Zuckerhut setzt, lag bei der WM 2006 mit ihrem Tipp auf Italien richtig.

Andererseits, Analysen und Fakten hin oder her: Haben Sie gesehen, wie unsere Jungs im letzten Vorbereitungsspiel Bosnien-Herzegowina vom Platz gefegt haben?

Kann es da noch eine Frage geben, wer Weltmeister wird?

Eben!


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 Quelle: vwd netsolutions GmbH
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Quelle: FMH-Finanzberatung
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