20.08.2010
 CAPITAL-SERIE Der Börsenkommentar

Das Thema der Woche an den Finanzmärkten aus dem Blickwinkel der capital.de-Redaktion.


Jochen Mörsch, Ressortleiter Geld.
Jochen Mörsch, Ressortleiter Geld.
Foto: Capital
Investor-Artikel

Börsenkommentar

Das Land der untergehenden Sonne

von Jochen Mörsch

Für Anleger mit japanischen Papieren im Depot kam es zuletzt knüppeldick: Schwache Wachstumszahlen, ungünstige Yen-Entwicklung, miserable Börsenentwicklung. Und Nippons Aktien dürften den Boden noch nicht gesehen haben.

Dass die vergangenen Monate für Anleger mit japanischen Aktien erfreulich gewesen wären, kann man nicht gerade behaupten. Seit dem Jahresanfang rutschte der Aktienindex Nikkei 225 rund 13 Prozent ins Minus. Damit zählt Nippons Börse im weltweiten Vergleich zu den schlechtesten. Zum Vergleich: Der Stoxx 50 notiert 3 Prozent im Minus, der Dow Jones rund 1,2 Prozent und der DAX liegt sogar 3 Prozent im Plus.

Die Gründe für die schlechte Entwicklung liegen auf der Hand. Da ist beispielsweise die erstarkte Währung: Seit Anfang Mai kennt der Yen nur noch eine Richtung - nach oben. Nachdem im Mai noch 95 Yen für einen Dollar gezahlt wurden, sind es nun nur noch 85. Das schadet der japanischen Konjunktur, jetzt und in den nächsten Monaten. Denn angesichts des höchsten Standes der Währung könnte die Exportnation in der kommenden Zeit deutlich weniger absetzen.

Zudem sorgten die zuletzt veröffentlichten BIP-Zahlen für Ernüchterung: Nach einem ohnehin schon mageren Plus von rund einem Prozent in den beiden Vorquartalen legte Nippons Wirtschaft in den Monaten von April bis Juni gerade einmal um 0,1 Prozent zu. Besonders bitter: Hauptwachstumstreiber mit einem Plus von 0,9 Punkten waren da noch die Exporte. Und damit nicht genug. Mitte August kam es zu einem historischen Machtwechsel in Fernost. China löste Japan als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ab - ein erneuter Tiefpunkt im nun schon 20 Jahren andauernden Niedergang der japanischen Wirtschaft.

Und wie sollen sich Anleger in dieser Situation verhalten? Im Februar hatte ich bereits vor Investments in Japan gewarnt und mich damit gegen bekannte Fondsmanager wie DWS-Chef Klaus Kaldemorgen oder den Börsenstrategen Marc Faber gestellt, die ihr Herz für Japan entdeckt hatten. Meine Argumente von damals besitzen weiter Gültigkeit: Das Land kämpft nach wie vor gegen eine Deflation, leidet unter dem Rückgang der Erwerbspersonen, der Alterung der Bevölkerung, zurückhaltenden Konsumenten und einer enorm hohen Staatsverschuldung.

Und so hat sich auf meine Meinung zu diesem Markt nicht geändert. Meiden Sie japanische Aktien. Es gibt attraktivere Börsen.


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Metro
Deutsche B
Flops
ThyssenKru
Deutsche P
MAN
DAX 6.384,26 -0,26%
TecDAX 759,57 -1,29%
EUR/US 1,2717 -0,13%
GOLD 1.540,05 -0,14%
Quelle: Smarthouse Media, SIX Telekurs
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Sparbriefe (4 Jahre)1,67%0,45-3,25%
Girokonto (Dispo)11,04%5,50-13,81%
Ratenkredite (36 Monate)6,82%4,33-11,99%
Quelle: FMH-Finanzberatung
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