Doch gleich wie der bislang größte Übernahmekampf der Finanzgeschichte endet, er sollte in den kommenden Monaten Nachahmer finden: "Die Bieterschlacht um ABN Amro dürfte eine weitere Konsolidierung unter den europäischen Großbanken einleiten", sagt Karl-Heinz Goedeckemeyer, Analyst bei SRC Research. Obwohl die Commerzbank seit Jahren zu den heißesten Übernahmekandidaten des Bankensektors zählt - deutsche Geldhäuser werden bei diesem Konsolidierungsprozess aufgrund ihres vergleichsweise geringen Börsenwertes wohl nur eine Statistenrolle spielen. "Nach unserer Einschätzung werden vor allem die Großbanken aus Frankreich, Spanien, Großbritannien sowie die italienische Unicredit die Konsolidierung weiter vorantreiben", so Goedeckemeyer.
Ausgewählte Aktien wie Barclays oder BNP Paribas bieten so weiter Potenzial. Die Ziele einer Akquisition sind oft vielschichtig: Möglich ist etwa der Wunsch nach größerer Diversifikation sowie Kostenersparnis durch Synergien. Zuletzt stand aber vor allem margenträchtiges Wachstum im Mit-telpunkt der Überlegungen. Wie interessant der Markt für Bankdienstleistungen ist, belegt neben den Rekordgewinnen vieler Institute im vergangenen Jahr auch die jüngste Ausgabe des World Wealth Reports, einer Studie der Investmentbank Merrill Lynch und der Unternehmensberatung Cap Gemini. Danach stieg im Jahr 2006 das Kapital der Wohlhabenden - als solche gelten Menschen mit einem Vermögen von mehr als einer Million Dollar in Finanzanlagen - weltweit um elf Prozent auf 37 Billionen Dollar an. "Das Vermögen wächst dabei stärker, als die Zahl der Millionäre steigt", erklärt Studienautorin Christine Stapf. Ein knappes Drittel von ihnen - rund 2,9 Millionen Personen - lebt in Europa.
© 2007 capital.de

















