Sonderschichten und gekürzte Werksferien: Die Produktion von VW, Daimler und BMW läuft auf vollen Touren. Von Krise spricht in den Werken in Wolfsburg, Stuttgart und München keiner mehr. So konnte der VW-Konzern im ersten Halbjahr 2011 erstmals in seiner Geschichte mehr als 2,5 Millionen Fahrzeuge der Kernmarke verkaufen. Der Gesamtkonzern erzielte einen Absatz von mehr als vier Millionen Autos. Im wichtigsten Markt China konnte VW den Verkauf im ersten Halbjahr um rund 16 Prozent auf über 1,1 Millionen Autos steigern.
Die weiteren Aussichten für die Automobilbranche werden von vielen Analysten als gut eingeschätzt. Mehr noch: Die Experten sprechen dem Wirtschaftszweig wieder langfristig gute Wachstumsaussichten zu. So rechnet das Prognoseinstitut IHS Global Insight bis 2018 mit einem globalen Absatz von über 100 Millionen Personenwagen und leichten Nutzfahrzeugen. 2010 waren es 71,9 Millionen. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 4,3 Prozent. Diese Prognose basiert auf starken Zuwachsraten in aufstrebenden Volkswirtschaften wie China. Daher räumen Analysten Automobilaktien, besonders deutschen Titeln, gute Aussichten ein.
Immerhin profitieren die heimischen Hersteller vom unverändert guten Ruf deutscher Autos und der breiten geografischen Aufstellung. Zugute kommt ihnen auch die Ausrichtung auf Fahrzeuge für gehobene Ansprüche. Einzig der Volkswagenkonzern bedient auch den Volumenmarkt. Die starke Positionierung im Premiumsegment schirmt sie vom intensiven Preiswettbewerb der Branche ab. Kein Wunder, dass die Ertragslage exzellent ist. Für 2011 können VW, Daimler und BMW mit Rekordergebnissen rechnen. Grund sind auch Einsparungsprogramme, die teilweise schon vor der Finanzkrise eingeleitet wurden. Zudem verhält sich die gesamte Branche in Sachen Überkapazitäten derzeit recht diszipliniert. Rabattschlachten wollen alle vermeiden.
Dennoch sollten Anleger die Risiken nicht vergessen. Der Automobilbau ist ein zyklisches Geschäft. Die europäische Schuldenkrise drückt das Wachstum, aus den USA kamen zuletzt wenig ermunternde Daten. Zudem drohen im Boommarkt China Risiken. Zudem ist ungewiss, wie stark Öl- und Benzinpreise wieder steigen - mit negativen Folgen für den Autoabsatz. Hinzu kommt, dass die deutschen Produzenten bereits hochprofitabel arbeiten. Weiteres Gewinnwachstum muss von einer Steigerung des Fahrzeugabsatzes herrühren.





















