Innerhalb weniger Tage verdreifachte sich der Kurs von Q-Cells. Ein Klage des Wettbewerbers Solarworld gegen die Dumpingpreise der chinesischen Konkurrenz und ein erfolgversprechendes Projekt in Brandenburg-Briest, wo die Bitterfelder Europas größten Solarpark bauen wollen, ließ die Aktie in die Höhe schießen – wenn auch von einem stark ermäßigten Niveau. Vielleicht waren es ja auch nur Spekulanten, die auf weiter fallende Kurse setzten und sich wieder eindecken mussten, um hohe Verluste zu vermeiden.
Wie auch immer: Der graue Alltag hat die Unternehmen der Solarbrache wieder erreicht. Centrotherm und Manz mussten ihre Ziele zurück nehmen. Solarworld wird den Umsatz des Vorjahres nicht mehr erreichen und bei Q-Cells sieht es ohnehin ganz finster aus. Der Preisdruck in der Branche bleibt hoch. Die Margen schmelzen zusammen. Der Ausleseprozess mit einigen Firmenpleiten in den USA und in Deutschland hat soeben erst begonnen.
Das Schlimmste dürfte der Branche noch bevor stehen. Viele Solarkonzerne sind hoch verschuldet und können nur mit Mühe ihre Zinslast bedienen. Zudem haben die meisten hohe Ausstände an Forderungen. Fraglich ist, ob die Gläubiger diese in Zukunft bedienen können. Fraglich ist auch, wie sich Investoren verhalten, wenn die Rendite für Solaranlagen weiter schrumpft: Ab dem 1. Januar gibt es 15 Prozent weniger. Je nach Standort und Größe der Solaranlage gibt es dann zwischen 18 und 24,40 Cent je eingespeiste Kilowattstunde.






















