Von der Börse enttäuscht flüchten viele Anleger derzeit in Sachwerte. Trotz vergleichsweise bescheidener Renditen wächst auch der Wunsch nach einem eigenen Stück Wald oder Acker. Makler berichten von steigender Nachfrage. "Großeltern wollen für ihre Enkel 100.000 Euro anlegen, statt Aktien kaufen sie ein Stück Wald", sagt Holger Meyer, Geschäftsführer des Fachmaklers Greif & Meyer.
Einen regelrechten Ansturm von Anlegern auf Wald und Flur kann der Vorstand der Deutschen Grundstücksauktionen Michael Plettner allerdings nicht feststellen. "Es gibt durchaus Kunden, die sagen, ich will mein Geld wertstabil anlegen und land- und forstwirtschaftliche Flächen kaufen, um sie zu verpachten", sagt Plettner. Die Mehrzahl investiere aber eher in Wohn- und Gewerbeimmobilien.
Allerdings gäbe es eine starke Nachfrage, die vor allem auf steigenden Rohstoff- und Nahrungsmittelbedarf beruht. "Stillgelegte Landwirtschaftsflächen werden hierzulande reaktiviert, um beispielsweise Ölsaaten für Biosprit anzubauen." Die Nachfrage treibt die Preise. Laut Plettner waren land- und forstwirtschaftliche Flächen in Deutschland vor fünf bis sechs Jahren im Schnitt halb so teuer.
Die Rendite von Wiesen, Wald und Acker ist allerdings eher bescheiden. Bei einer Verpachtung von Ackerflächen liegt sie bei etwa zwei bis drei Prozent jährlich, wie Frank Schulze zur Heide berichtet, geschäftsführender Gesellschafter von Agrarboden, einem der ältesten Vermittler von forst- und landwirtschaftlichen Flächen in Deutschland. Bei forstwirtschaftlichen Flächen sind es, je nach Holzbestand und -preis, 1,5 bis zwei Prozent. Hinzu kommt die Entwicklung des Bodenwerts. "In den letzten Jahren war die Wertsteigerung hoch. Rückgänge halte ich in Zukunft zwar für unwahrscheinlich, eine Stagnation ist aber nicht auszuschließen", sagt Schulze zur Heide.
Weniger als fünf Hektar Ackerland machen aus Sicht der Experten für eine Verpachtung kaum Sinn. Je nach Bundesland mussten Anleger 2010 dafür zwischen 31.000 Euro in Brandenburg und 140.255 Euro in Nordrhein-Westfalen zahlen. Im Durchschnitt kostete der Hektar nach Angaben des Statistischen Bundesamts 11.854 Euro - 946 Euro mehr als im Vorjahr.
Billiger ist Wald. Pro Quadratmeter werden je nach Lage und Wildbestand derzeit 30 Cent bis etwa 2,50 Euro verlangt. Wer seinem Hobby als Waidmann nachgehen oder das Waldstück als Jagd verpachten will, braucht mindestens 75 Hektar. Damit sich eine professionelle Holzbewirtschaftung lohnt, sollten es ein paar Hektar mehr sein. Ganz ohne Risiko ist das Investment nicht: Feuer, Sturm und Borkenkäfer bedrohen die grüne Idylle.
Quelle: dpa
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