Sicherheit wird bei
Drägerwerk groß geschrieben: Seit der Unternehmensgründung 1889 sind die Lübecker mit Medizin- und Sicherheitsprodukten weltweit auf Erfolgskurs. Einzig in der Finanzmarktkrise 2009 zeigte sich eine kleine Delle in der Umsatzstatistik, die mittlerweile aber längst wieder beseitigt ist. An der Börse kam Dräger zwar in den vergangenen Jahren ebenfalls stetig voran, allerdings musste der TecDAX-Titel den jüngsten Turbulenzen Tribut zollen. Markierte die Aktie noch im Sommer ein Rekordhoch bei 90 Euro, notiert sie inzwischen ein Drittel unterhalb der Bestmarke. Stellt sich die Frage, ob nun der Einstieg lohnt oder es tatsächlich einen fundamentalen Grund für den scharfen Rücksetzer gibt.
Bei den vorgelegten Zahlen für das dritte Quartal konnte Dräger die Markterwartungen erfüllen. Zwar haben die Erlöse stagniert, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte aber um ein Drittel auf 45,2 Mio. Euro zu. Dass das Geschäft auch in naher Zukunft nicht lahmt, zeigt ein Blick in das Orderbuch. "Die Entwicklung des um 9,9 Prozent verbesserten Auftragseingangs ist besonders positiv zu werten", urteilt Nord/LB-Analyst Holger Fechner.
Ebenso hoffnungsvoll stimmt der Ausblick auf 2012. Dräger hat bereits ein erstes Ziel ausgegeben und peilt - trotz eines überproportionalen Anstiegs der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, IT und die Optimierung des Vertriebs - erneut eine Ebit-Marge von acht bis 9,5 Prozent an. Die Sonderbelastungen werden sich aber künftig in bare Münze verwandeln. Laut M.M.-Warburg-Experte Eggert Kuls dürften sich die Einsparungen auf rund 25 Mio. bis 35 Mio. Euro belaufen und bis 2014 voll wirksam werden. Ab dann rechnet Kuls sogar damit, dass Dräger sein mittelfristiges Margenziel von zehn Prozent übertreffen wird.
Nicht nur Effizienzsteigerung sondern auch Wachstum zeichnen den Konzern aus. Im Medizintechniksegment, der rund drei Viertel der Erlöse generiert, schätzt Dräger das relevante Marktvolumen auf weltweit 7 Mrd. Euro.
Mehrere Faktoren wie eine schnell alternde Bevölkerung oder die Verbesserung klinischer Abläufe sorgen für eine steigende Nachfrage. Dass Dräger-Produkte dabei erste Wahl sind, zeigt deren Marktanteil. Bei Anästhesie, Beatmung und Neonatalpflege sind die Lübecker europaweit ganz vorn und in den USA unter den top drei. Die Sparte Sicherheitstechnik steht dem Kerngeschäft in nichts nach. Bei Gasmesssystemen und Alkoholmessgeräten ist Dräger weltweit an erster Stelle. Zunehmend strengere Sicherheitsvorschriften und ein wachsendes Umweltbewusstsein treiben das Geschäft weiter an.






















