"Finde ich Sie bei Xing?" Auf Veranstaltungen gehört diese Frage schon zum Standardspruch. Vor allem in Ballungsgebieten ist das Interesse ungebremst: Fast jeder vierte Berufstätige in Frankfurt oder München ist mittlerweile bei dem Businessnetzwerk angemeldet. Vor allem für Geschäftskontakte, Jobs und Recherchehilfen dient der Austausch - ganz anders als Facebook, wo eindeutig private Interessen im Vordergrund stehen. Monat für Monat überweist jeder Premiumkunde einen Betrag von mindestens 5 Euro. Von den rund elf Millionen Mitgliedern, die
Xing zählt, bezahlen immerhin 770.000 eine monatliche Gebühr.
Allerdings läuft das Neukundengeschäft eher schleppend: Gerade mal 10.000 Premiumkunden konnte Xing zwischen im zweiten Quartal dazugewinnen. In der kommenden Woche präsentieren die Hamburger ihre Zahlen zum dritten Quartal. Dann wird sich auch zeigen, ob das Wachstum noch einmal zulegt.
Noch ist Xing von den Bezahlkunden abhängig: Rund 70 Prozent des Umsatzes machen diese aus. Allerdings ist der momentan wachstumsstärkste Geschäftsbereich das Jobportal: Um 85 Prozent legte der Umsatz im ersten Halbjahr zu. Commerzbank-Analystin Heike Pauls rechnet mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum in diesem Segment bis zum Jahr 2014 von 23 Prozent. Auch das Werbegeschäft auf der Plattform sollte künftig deutlich zulegen.
Kritiker sprechen von einem der langweiligsten sozialen Netzwerke: kaum neue Nutzer, zu viele Selbstdarsteller, die irgendetwas verkaufen wollen, und eine unzureichende Teilnahme an moderierten Foren. Doch im Gegensatz zum US-Konkurrenten
Linkedin ist Xing bereits seit Jahren profitabel und bezahlt sogar eine Dividende.
Deswegen sind die Hamburger im Vergleich zum direkten Wettbewerber für Anleger auch die sicherere Variante. Mit wiederkehrenden Cashflows kann Vorstandschef Stefan Groß-Selbeck gut für die Zukunft planen. Das Geschäft ist zudem relativ konjunkturresistent.























