Wir schreiben das Jahr 1/0/0000!" Das twitterte Zach Honig vom "PC Magazine", einen Tag nachdem
Apple seinen Tablet-Computer iPad präsentiert hatte. Honigs Meinung nach müsste der Kalender neu berechnet werden. Demnach wäre der 28. Januar 2010 der erste Tag einer neuen Zeitrechnung, der Zeit nach der Geburt von Apples neuem Wundergerät. "Papst Gregor würde sich wahrscheinlich im Grab umdrehen", schrieb Honig weiter.
Meilensteine 1976 schraubten Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne den ersten Apple-Computer zusammen. 2001 folgte der Musikspieler iPod, der zu einem Riesenerfolg wurde. Bis September 2009 verkaufte Apple 220 Millionen Stück. Heute ist der Konzern weit mehr als ein Computerhersteller: Musikvertrieb, Software und - seit Einführung des iPhones - auch Telekommunikation prägen die Angebotspalette.
Personenkult 1985 verließ Mitgründer Steve Jobs nach internem Streit den Konzern. Bei seiner Rückkehr zwölf Jahre später notierte die Aktie bei 12,75 Dollar. Anfang Januar 2010 markierte sie mit 215 Dollar ein Rekordhoch. Jobs ist das Gesicht des Unternehmens, seine Name steht für den Aufstieg des Computerbauers zu einem Komplettanbieter von trendiger Unterhaltungselektronik. Wie groß seine Wertschätzung auch unter Investoren ist, zeigt der Absturz des Aktienkurses im Januar 2009. Damals kündigte Jobs an, aus gesundheitlichen Gründen eine Pause einzulegen.
Selten gab es so viel Hype wie um das neue Gerät von Apple. Sogar die Rede zur Lage der Nation von US-Präsident Barack Obama wurde auf der Titelseite des "Wall Street Journal" von Steve Jobs an den Rand gedrängt. Die Aktie erreichte schon vorher mit 215 Dollar einen historisches Hoch. Rund ein Jahr zuvor stand der Kurs noch bei 85 Dollar.
Die jüngsten Geschäftszahlen scheinen den Kurssprung zu rechtfertigen. Im ersten Quartal des Geschäftsjahrs, das im Oktober beginnt, erzielte Apple einen Rekordgewinn von 3,38 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 50 Prozent. Der Umsatz kletterte im ersten Quartal um 32 Prozent auf 15,68 Milliarden Dollar. Apple verkaufte in der Zeit allein 3,36 Millionen Macintosh-Computer und 8,7 Millionen iPhones.
Konzernchef Steve Jobs sprach angesichts der Zahlen davon, Apple sei der neue Weltmarktführer für mobile Geräte. Womit er ein wenig übertrieben hat: So hat
Nokia allein im abgelaufenen Quartal 126,8 Millionen Mobilfunkgeräte ausgeliefert.
Angesichts der inzwischen umfangreichen Produktpalette zeigen sich jedoch erste Kannibalisierungseffekte. So sank der Absatz des tragbaren Musikspielers iPod im vergangenen Quartal um acht Prozent auf 21 Millionen. Wer ein iPhone hat, das ebenfalls Musik abspielt, kann auf den iPod verzichten. Auch das iPad könnte anderen Produkten die Show stehlen. "Bei dem iPod Touch könnte es ein paar Kannibalisierungseffekte geben, wenn das iPad auf den Markt kommt", sagt Jeffrey Fidacaro, Analyst bei SIG. "Aber grundsätzlich sehen wir das Tablet-Gerät eher als eigene Produktkategorie, als eine Art Brücke zwischen Smartphones und Notebook."































