Es ist noch gar nicht lange her, da schwärmten Konzernchefs von Sportartikelherstellern in höchsten Tönen über die Aussichten ihrer Unternehmen: "Egal mit welchem Händler ich mich unterhalte, egal welche Statistik zu Marktanteilen ich mir ansehe - unsere Produkte verkaufen sich besser als jemals zuvor," sagte Adidas-Chef Herbert Hainer beim vergangenen Zwischenbericht.
Angesichts des jüngsten Ausverkaufs an der Börse sind solche Aussagen Makulatur geworden. Denn am Aktienmarkt geht die Angst um vor einer weltweiten Rezession. Zwar ist das Sportartikelgeschäft weniger konjunkturanfällig als andere konsumnahe Sektoren wie die Automobil- und Luxusgüterbranche. So hielten sich die Werte der deutschen Hersteller in den vergangenen Tagen vergleichsweise wacker: Die Papiere von
Adidas lagen auf Wochensicht 11,5 Prozent über dem Vergleichsindex,
Puma-Aktien schnitten sogar 18,7 Prozent besser ab. Eine Rezession ginge aber an der Branche nicht spurlos vorüber. Das zeigt ein historischer Vergleich: Während Adidas beim Hoch 2008 einen Nettogewinn von 642 Mio. Euro erwirtschaftete, ging der Jahresüberschuss beim Tief 2009 auf 245 Mio. Euro zurück.
Dabei sind die Aussichten bis zum Jahresende noch intakt. Für die nächsten Monate ist wegen der Auftragslage weiterhin ein gutes Geschäft zu erwarten. So meldete der US-Branchenprimus
Nike ein Plus bei Bestellungen für Auslieferungen von Juni bis November gegenüber dem Vorjahreswert von 15 Prozent, währungsbereinigt sind es immerhin noch zwölf Prozent. Der deutsche Marktführer Adidas macht wie auch Konkurrent Puma zwar keine Angaben mehr zur Auftragslage. So schlecht kann diese aber nicht sein, sonst hätte der Konzern die Prognose für 2011 nicht zum zweiten Mal angehoben.
Die entscheidende Frage ist aber, was 2012 passiert. Wenig positiv für die Sportartikelbranche ist, dass gerade die nach Volumen wichtigsten Märkte - USA und Westeuropa - schwächeln. In den USA stagnierte zuletzt das Wachstum. Und in vielen Ländern Westeuropas belasten die von den Regierungen beschlossenen Sparmaßnahmen den privaten Konsum. Hinzu kommt, dass auch die Risiken in China zugenommen haben, auch wenn das Land noch immer zweistellige Wachstumsraten erzielt und damit für einen Ausgleich sorgt. In dem bisherigen Boommarkt ruft die zunehmende Inflation nach wachstumsbremsenden Maßnahmen.
Mit Ausnahme von Adidas spüren alle Hersteller darüber hinaus Druck auf ihre Bruttomargen. Die Gründe liegen vor allem in den steigenden Transportpreisen sowie den höheren Beschaffungs- und Arbeitskosten. Letzteres ist deswegen von Bedeutung, weil die Konzerne primär in Schwellenländern produzieren und dort die Lohnkosten rasch steigen.






















