Eines der besten Wirtschaftsbücher aller Zeiten ist "Barbarians at the Gate" von Bryan Burrough und John Helyar, zwei Journalisten des "Wall Street Journals". Die Barbaren sind Henry Kravis und sein Cousin George von der Private Equity Firma
KKR, die das US-Konglomerat RJR Nabisco übernehmen.
Der Deal entpuppte sich als ein Fehlschlag für KKR, nichtsdestotrotz mauserte sich die New Yorker Firma zu einem der wichtigsten Anbieter in Private Equity. Bislang notieren die Wall-Street-Legenden nur in Amsterdam an der Euronext. Doch schon bald werden sie an den New York Stock Exchange zurückkehren. Dann könnte die Aktie einen Sprung machen.
Die Finanzkrise traf die Branche heftig, auch KKR kam ins Schleudern. Es musste seine europäische Tochter KKR Guernsey retten, die an der Euronext notierte. Kravis und Roberts fusionierten den amerikanischen und europäischen Teil - und brachten die Firma sozusagen durch die Hintertür an die Börse. 30 Prozent von KKR sind seitdem an der Euronext gelistet. Vor wenigen Tagen veröffentlicht KKR erstmals einen Jahresbericht. Die Zahlen konnte sich sehen lassen. Dazu verkündete KKR, "so rasch wie möglich" eine Notierung in New York anzustreben.
Mit einem US-Börsengang könnte sich eine gravierende Bewertungslücke zur Konkurrenz schließen. So beläuft sich die Marktkapitalisierung von KKRs Erzfeind Blackstone auf gut 16 Milliarden Dollar, während KKR nur auf knapp sieben Milliarden Dollar kommt. Dabei erwirtschaftete KKR einen Gewinn in 2009 von knapp zwei Milliarden Dollar, während Blackstone nur 700 Millionen Dollar erzielte.
Für die krasse Differenz gibt es verschiedene Erklärungen. So ist KKR in seinen Investments weniger gut diversifiziert als Blackstone und gilt als riskanter. Dazu kommt aber sicherlich auch ein technischer Grund: KKR erreicht in Amsterdam nicht so viele Fonds und Großanleger wie in New York. Mit einem Börsengang in den USA könnte sich das ändern - und der Kurs von derzeit 10,40 Dollar könnte springen.
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