Trotz der Ankündigung der schwarz-gelben Koalition, die Förderung für Ökostrom um bis zu 16 Prozent zu senken, hat die Solarbranche am Dienstag auch Gewinner präsentiert.
Das Solartechnikunternehmen SMA schloss das für die Branche schwierige Jahr 2009 mit einem Rekordergebnis ab. Es setzte etwa 934 Millionen Euro um. Die Firma hat sich zum Ziel gesetzt, den Wert im laufenden Jahr auf 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro zu verbessern.
Solarthermie-Spezialist Solar Millennium verdiente 24 Millionen Euro und vervierfachte sein Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr.
Solarworld-Chef Frank Asbeck kündigte in einem Reuters-Interview "ausgesprochen gute" Zahlen an, die Bilanz soll am Donnerstag veröffentlicht werden. Allerdings dürfte auch der Branchenprimus wegen des Preisverfalls bei Solarmodulen einen Gewinnrückgang zu verschmerzen haben.
Dagegen musste der Solarzellenhersteller
Q-Cells ein Minus von knapp 1,4 Milliarden Euro verbuchen, Solarmodul-Produzent
Solon verlor 276 Millionen Euro. Trotz der unterschiedlichen Ergebnisse gewannen alle vier Unternehmen zwischenzeitlich an der Börse. Solar Millenium legte tagsüber 6,5 Prozent zu und schloss mit 7,7 Prozent im Minus. SMA beendete den Handel mit minus 0,2 Prozent, hatte zuvor aber schon mit fast fünf Prozent im Plus gelegen. Solon schloss mit 3,0 Prozent im Plus.
Solon gab an, mit einer Abschwächung des Modul-Preisverfalls und einer steigenden Nachfrage zu rechnen. Q-Cells hat nach eigenen Angaben gut gefüllte Auftragsbücher. Die Firma schaffte einen Kurssprung an der Börse von gut fünf Prozent.
Kürzungen bis zu sechzehn Prozent
Die anstehende Kürzung der Förderung von Solaranlagen in Deutschland hat jedoch viele andere Solarwerte belastet. So fielen
Centrotherm und Phoenix Solar um bis zu knapp fünf Prozent. Auch die Aktien von Manz, die unter anderem für die Solarindustrie produzieren, gaben bis zu 5,3 Prozent nach.
Roth & Rau verloren 2,7 Prozent. Solarworld lag 2,8 Prozent im Minus, nachdem das Unternehmen Gerüchte über schwache Geschäftszahlen zurückgewiesen hatte.
Die Förderung für Solaranlagen auf sogenannten Freiflächen wird nach CSU-Angaben ab Juli um 15 Prozent gekürzt. Die Regelung schließe Randstreifen an Autobahnen und Bahnstrecken ein. Darauf habe sich Schwarz-Gelb im Koalitionsausschuss verständigt, sagte CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich. Die Förderung für Dachanlagen schrumpft um 16 Prozent. Für Konversionsflächen, also etwa Müllhalden oder ehemalige Truppenübungsplätze, werde die Kürzung elf Prozent betragen, sagte Friedrich. Dies bestätigt eine frühere Einigung innerhalb der Koalition. Bei reinen Ackerflächen soll es ab Juli gar keine Subventionen mehr geben.
In Unionskreisen hieß es, ab 2011 werde eine zusätzliche Kürzung der Förderung um zwei Prozentpunkte greifen, wenn innerhalb eines Jahres mehr als 3500 Megawatt Solarleistung installiert wurden. Damit soll ein zu starker Ausbau der Solarenergie verhindert werden.






























