Eine Kursverdopplung innerhalb von zwölf Monaten, seit 2002 steigende Dividenden - es gibt Firmen, die ihren Aktionären weniger Freude bereiten als
Fuchs Petrolub. Geht es nach dem Willen des Managements, soll auch die Ausschüttung für das abgelaufene Geschäftsjahr erhöht werden - von 1,60 auf 1,70 Euro je Vorzugsaktie.
Dass der weltweit größte unabhängige Schmierstoffhersteller trotz der jüngsten Rezession spendabel ist, kommt nicht von ungefähr. Zwar schrumpfte 2009 vorläufigen Zahlen zufolge der Umsatz um 16 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte indes um fünf Prozent auf rund 180 Millionen Euro - der siebte Anstieg in Folge. Unterm Strich blieben gut 121 Millionen Euro übrig, 11 Millionen Euro mehr als ein Jahr zuvor.
Vor allem im letzten Quartal lief das Geschäft wie geschmiert: Die Ebit-Marge erreichte fast 19 Prozent. Im Gesamtjahr 2009 betrug sie rund 15 Prozent, im Vorjahr dagegen nur 12,3 Prozent. "Für das laufende Jahr erwarte ich eine Ebit-Marge von 14,7 Prozent", sagt Nord/LB-Analyst Thorsten Strauß.
Die Sparmaßnahmen, die im vergangenen Jahr 300 Mitarbeiter ihre Stelle kosteten, zahlen sich offensichtlich schon aus. Darüber hinaus habe das Unternehmen von relativ geringen Rohstoffpreisen profitiert, vermutet WestLB-Analyst Michael Gorny. Die Geschäfte in Asien, Afrika und im Pazifikraum entwickelten sich ebenfalls recht robust. Der Umsatzanteil dieser Region kletterte in den vergangenen vier Jahren um etwa acht Prozentpunkte auf rund 25 Prozent. "In den kommenden fünf Jahren wird der Anteil am Konzernumsatz vermutlich in Richtung 30 Prozent marschieren", schätzt Gorny.
Historie Das 1931 in Mannheim gegründete Familienunternehmen hat sich zu einem global tätigen Konzern entwickelt. Mittlerweile ist Fuchs Petrolub der weltweit größte unabhängige Hersteller von Schmierstoffen.
Kunden Fuchs Petrolub liefert 10.000 verschiedene Produkte an 100.000 Kunden, größtenteils aus der Fahrzeug-, Maschinenbau-, Stahl- und Transportbranche.
Aktie Die Vorzugsaktie ist im MDax notiert. Während der Index auf Sicht von drei Jahren 28 Prozent verloren hat, legte das Dividendenpapier um neun Prozent zu.
Zugelegt haben auch die Mittelzuflüsse. Der Abbau der hohen Vorratsbestände und die erfreuliche Gewinnentwicklung sorgten 2009 für 180 Millionen Euro freien Cashflow - Rekord. Dass mit dem Geld Schulden zurückbezahlt werden, ist eher unwahrscheinlich, die 70 Millionen Euro Verbindlichkeiten entsprechen lediglich zehn Prozent der Bilanzsumme. "Das ist ein extrem niedriger Wert", meint Gorny. Wofür das Geld verwendet wird, ist reine Spekulation. Möglich sei eine größere Übernahme, ein Aktienrückkauf oder eine kräftige Anhebung der Dividende, so Gorny. Allesamt Maßnahmen, die mittelfristig den Aktionären zugutekommen würden.






























