Eigentlich ist es eine kaum vorstellbare Zahl: Rund 155.000 Tonnen beträgt die gesamte bis heute weltweit geförderte Menge Gold. In einen Barren gegossen hätte diese Menge die Ausmaße von etwa 42 mal 24 mal acht Metern. Exakt diese Abmessung hat das Goldhaus des Edelmetallhändlers Pro Aurum in München.
Klar: Es gibt Materialien, die seltener sind. Und es gibt natürlich auch Stoffe, die wertvoller sind. Doch es gibt kaum etwas, das faszinierender ist – auch für Anleger. Es ist sein dauerhafter Wert, der Gold zur idealen Beimischung für das Depot macht. Nicht als Renditebringer – denn das edle Metall wirft keine Zinsen oder Dividenden ab –, dafür aber als Stabilisator. Denn in Sachen monetäre Werthaltigkeit steht Gold über die Jahrhunderte hinweg unangefochten an der Spitze. Ein Beispiel: Die Herren der Schöpfung bekommen heutzutage für eine Feinunze des gelben Edelmetalls, sie entspricht 31,1 Gramm, einen teuren Anzug – samt Schuhen, Hemd und Krawatte. Ebenfalls eine Unze zahlten wohlhabende Patrizier im alten Rom für ihren Edelzwirn – nur hieß der damals Toga.
Interessanter als ein neuer Smoking dürfte für Anleger aber sein, wie sie Gold am besten in ihrem Depot unterbringen. Wir analysieren die Kurschancen des Edelmetalls – und sagen, wie und wo Investoren am besten einsteigen.
Drohende Inflation gibt weiteren Auftrieb
Zuletzt zog das Interesse an Gold deutlich an. Gilt es doch als Gegenpol zum bestehenden Papiergeldsystem, das seit der endgültigen Aufgabe des Goldstandards im Jahr 1973 vorherrscht – und der Verschuldungsorgie und Geldmengeninflation Tür und Tor öffnete. Um den Zusammenbruch des globalen Finanzsystems zu verhindern, hat die US-Notenbank Fed ihre Bilanzsumme um mehr als 100 Prozent auf zuletzt 2,22 Billionen Dollar aufgebläht. Damit hat sie ein immenses Inflationspotenzial aufgebaut. „Es ist die wiedererwachte Beliebtheit des Edelmetalls und die Angst vor einer Inflation, die derzeit den Preis bestimmen“, sagt Eugen Weinberg, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank.
Die drohende Inflation dürfte dem Goldpreis weiteren Auftrieb geben. Gemäß einer Studie des World Gold Council ist dieser seit 1974 in Jahren mit hoher Inflation im Durchschnitt um 15 Prozent gestiegen – und zwar inflationsbereinigt. Wer nun glaubt, dass der Anstieg auf bis zu 1230 Dollar eine Preisblase war, sollte sich den um die Teuerung bereinigten Goldpreis anschauen: Das alte nominale Rekordhoch von 1980 entspricht zu heutigen Preisen einem Niveau von 2400 Dollar. „Erst bei einem Goldpreis von 2000 Dollar besteht die Gefahr einer Blase“, meint daher Philipp Vorndran, Kapitalmarktstratege der Vermögensverwaltung Flossbach & von Storch. Dass der Dollar zuletzt etwas zulegte, besorgt Weinberg nicht: „Die Frage ist doch: Ist der Dollar-Anstieg stark genug, um die Risiken aus der großen Liquidität auszugleichen? Ich meine nicht.“ Daher rechnet er nach einer kurzen Korrekturphase, „die nach dem starken Anstieg auch gesund ist“, wieder mit einem steigenden Goldpreis: 1200 Dollar pro Unze 2010 lautet Weinbergs Zielkurs.






























