Das lässt aufhorchen: Paulson war der Gewinner der Finanzkrise, seine Wetten auf Wertverluste bei Subprimekrediten und Banken machten ihm zum reichsten Hedgefondsmanager in 2008. Bereits zehn Prozent der von ihm verwalteten 30 Milliarden Dollar stecken in dem gelben Metall.
Im Gegensatz zu seinen bisherigen Anlagen ist Paulson mit der Goldidee nicht allein an der Wall Street. Zahlreiche andere Hedgefondsmanager wie David Einhorn von Greenlight Capital setzen auf einen weiteren Anstieg des Goldpreises. Der Ansturm ist nicht leicht zu verstehen. Gold wird anders als andere Metalle kaum in industriellen Anwendungen verbraucht. Es schlummert in Safes, hängt an Handgelenken oder wird von Notenbanken gehortet. Anleger setzen also nicht auf eine höhere Nachfrage durch Wirtschaftswachstum oder ähnliches, sondern auf emotionale Gründe. Derzeit fürchten sich die meisten Goldies vor einem Dollarkursverfall, hervorgerufen durch die massive US-Verschuldung und expansive Geldpolitik der Fed.
Das kluge Anleger wie Paulson so denken, lässt einen innehalten. Der Goldpreis übertrifft mit 1140 Dollar die Unze den Kurs Anfang der achtziger Jahre, als zweistellige Inflation der US-Wirtschaft stark zusetzte. Sollten solche Verhältnisse in den USA wieder einkehren, dann Gute Nacht: Die Zinsen würden hochspringen und jegliche Konjunkturerholung abwürgen. Die bereits hohe Arbeitslosigkeit würde zum Problem, ein verschuldetes Amerika wäre auf Jahre gelähmt. Die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft will man sich lieber nicht vorstellen.
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