08.03.2010
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Hohes Haushaltsdefizit: Seit Wochen beherrschen Griechenlands Finanznöte das Marktgeschehen.
Hohes Haushaltsdefizit: Seit Wochen beherrschen Griechenlands Finanznöte das Marktgeschehen.
Foto: Getty

Wenige Tage nach dem Sparbeschluss

Investoren wetten wieder gegen Griechenland

von Tobias Bayer

Athen besorgt sich erfolgreich Milliarden, aus vielen EU-Ländern kommen Hilfsbekundungen, auch der griechische Notenbankchef zeigt sich optimistisch. Doch alls das beruhigt die Anleger nicht: Die Risikoaufschläge auf Hellenen-Bonds steigen wieder, der Euro tritt auf der Stelle.

Die erfolgreiche Platzierung einer griechischen Anleihe und Hilfsbekundungen zahlreicher EU-Regierungschefs für Athen haben am Kapitalmarkt nicht wirklich für Entspannung gesorgt. Der Euro legte nur leicht zu, Risikoaufschläge auf griechische Staatsanleihen weiteten sich sogar aus.

Der Euro legte gegenüber Dollar und Yen zu, verließ aber nicht die engen Handelsspannen der vergangenen Tage. Die Gemeinschaftswährung verteuerte sich am Montag auf 1,3693 Dollar und 123,90 Yen. An den Terminmärkten bauten Spekulanten ihre Euro-Verkaufspositionen ab. An der Chicago Mercantile Exchange gingen die Netto-Verkaufspositionen auf den Euro laut der Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) von 71.623 auf 66.770 zurück. Das ist aber immer noch nahe des Rekordhochs.

Am Anleihemarkt herrscht nach wie vor große Skepsis. Die Renditedifferenz zwischen griechischen und deutschen Staatsanleihen erhöhte sich am Montag um 15 auf 307 Basispunkte. Das ist der größte Spread seit Anfang März.

Immerhin verzeichneten die Aufschläge bei Kreditderivaten (Credit Default Swaps, CDS) auf Unternehmensanleihen einen leichten Rückgang. Der Markit CDX North America Investment Grade, der die CDS-Kurse von 125 Unternehmen wiedergibt, fiel um sechs Basispunkte auf 85,4 Basispunkte. Das ist der tiefste Wert seit dem 20. Januar. "Die Griechenland-Angst hat sich etwas relativiert. Das unterstützt den Risikoappetit", sagte Joel Levington, Kreditexperte bei Brookfield Invesment Management.

Griechenlands Premierminister Georgios Papandreou besuchte in den vergangenen Tagen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. Diese Woche reist er nach Washington zu US-Präsident Barack Obama. Während Merkel keine direkten Hilfen in Aussicht stellte, wurde Sarkozy konkreter.

"Ich will klar sagen, dass die Euro-Länder ihre Pflicht erfüllen werden, sofern es die Situation gebietet. (...) Daran kann kein Zweifel bestehen. Wenn Griechenland auch keine Hilfe benötigt, so haben wir doch die Instrumente. Wir stehen bereit und sind entschlossen", sagte Sarkozy. "Die Vereinigten Staaten werden sich dem Diktum Deutschlands und Frankreichs anschließen", sagte Adrian Foster, Leiter Finanzresearch Asien bei Rabobank. "Die Griechen müssen sich selbst retten. Die anderen Länder stehen im Notfall bereit."


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 Quelle: vwd netsolutions GmbH
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