Jens Korte schreibt als Wall-Street-Korrespondent für capital.de
"Es gibt zwei Knackpunkte in diesem Jahr", sagt Teddy. "Die Entwicklung in Europa und der Ausgang der Präsidentschaftswahlen werden über das Wohl der Wall Street entscheiden", so seine Prognose. Obama jedenfalls sei antiwirtschaftlich eingestellt und eigentlich gegen alles. Sollte sich eine Niederlage bei den diesjährigen Präsidentschaftswahlen abzeichnen, dann würde das den Märkten einen enormen Schub geben. Das Gleiche gelte für den Fall, dass die Europäer ihre Probleme endlich in den Griff bekämen. Sehr groß ist der Optimismus bei Teddy aber nicht, dass beide Szenarien eintreten werden. Der Oldie rechnet eher mit einem schwierigen Jahr.
"Wir sind noch das beste Haus in einer schäbigen Nachbarschaft," bringt Alan die Position des US-Aktienmarktes in einem griffigen Vergleich auf den Punkt. "Nehmen sie doch 2011. Da hat der S&P 500 zwar stagniert. Das war aber immer noch deutlich besser als die zweistelligen Performanceverluste an den meisten europäischen Märkten." Alan ist dabei durchaus bewusst, dass die USA selbst unter hohen Schulden und hoher Arbeitslosigkeit leiden. Hinzu käme die Unfähigkeit des Kongresses, wie die leidvolle Debatte über den Abbau der Schulden zeige. Dabei habe es in den USA in den vergangenen Monaten sogar einige hoffnungsvolle Wachstumssignale gegeben. Doch letztlich habe man es mit einer globalisierten Welt zu tun, und wenn eine Region wanke, ziehe das den Rest der Welt mit nach unten. Alan erwartet keine großen Kurssprünge in diesem Jahr.
Mit 31 Jahren Börsenerfahrung ist Louis faktisch der Benjamin unter den drei gestandenen Brokern. "Seit März 2009 gab es jede Menge schlechter Nachrichten", gibt er zu Bedenken. Drei dicke Brocken allein im vergangen Jahr: die nukleare Katastrophe in Japan, die Herabstufung der USA und die Euro-Schuldenkrise. Dennoch hätten sich die Kurse an den US-Märkte in knapp drei Jahren fast verdoppelt. "Was passiert dann erst, wenn es mal gute Nachrichten, etwa aus Europa, gibt?" Louis hält es nicht für ausgeschlossen, dass der Dow-Jones-Index im Sommer 14.500 Punkte erreicht. Das wäre ein neues Rekordhoch.
Fazit: je jünger, desto optimistischer. Doch auch Alan und Louis drücken Europa kräftig die Daumen.
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