http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266/Doc~E41A846A759AA42E9BCEA5F0BF3611DE9~ATpl~Ecommon~Sspezial.html
Die Schulden erreichen astronomische Größen. Wie aber gelingt es den Staaten, ihren enormen Kreditbedarf zu decken? Wie sichern sich Investoren ab? Der globale Schuldenrausch und seine Folgen - ein Blick auf die Gläubiger.
Allein in diesem Jahr müssen Europas Regierungen rund 1450 Milliarden Euro auftreiben, zusätzlich zu den Steuereinnahmen, um ihre alten Schulden und die Haushaltslöcher zu finanzieren. Das entspricht mehr als der Hälfte der deutschen Wirtschaftsleistung. In Amerika sind sogar mehr als 2500 Milliarden Dollar notwendig.
http://www.faz.net/s/RubF3F7C1F630AE4F8D8326AC2A80BDBBDE/Doc~EE812E98924024354BC1DDBD34A5406C4~ATpl~Ecommon~Sspezial.html
„Wir sind in der größten Finanzblase aller Zeiten“
Entgegen optimistischer Erwartungen ist die Wirtschaftskrise noch nicht vorbei, erklärt Professor Steve Keen von der University of Western Sydney. Er hatte rechtzeitig vor ihr gewarnt. Nun fürchtet er eine ausgesprochen deflationäre Entwicklung.
Die Kurse an den Börsen steigen. Viele Strategen erklären, die Krise sei vorbei und das Wachstum begänne von neuem. Glauben Sie das?
Nein, ich denke, der irrationale Überschwang, der vor der Krise dominierte, ist zurückgekommen. Ich vergleiche die Entwicklung mit den Jahren 1929, 1930. Damals begannen die Kurse an den Börsen im November dramatisch nach oben zu laufen. Viele dachten, das Jahr 1930 werde wirtschaftlich ein gutes werden. Allerdings war das nicht der Fall und die Kurserholung lief schließlich aus.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,663441,00.html
"Billiges Geld"
Weltbankchef warnt vor neuen Spekulationsblasen. Mit drastischen Worten warnt Weltbankpräsident Zoellick vor den Gefahren des billigen Geldes: Auf vielen Märkten gebe es wieder Spekulationsblasen. Schnelle Zinserhöhungen lehnt er trotzdem ab. Dabei droht der Wirtschaft neue Gefahr - die Bilanzen der Geldhäuser sind voll von ungedeckten Schecks.
http://www.fr-online.de/kultur/debatte/globalisierung-der-schuldenwirtschaft/-/1473340/2728798/-/index.html
"Globalisierung der Schuldenwirtschaft"
Die griechische Krankheit ist nur ein lokales Symptom einer internationalen Epidemie, sagt der Historiker und Kolumnist Niall Fergusson. Das Fehlen der Schuldenbremse wird noch Folgen haben.
Es sind Schwarz-weiß-Bilder, die vielen Deutschen heute Angst machen. Fotos von Frauen, die Geldscheine in den Ofen stecken. Von Kindern, die mit Banknoten spielen. Von Männern, die sie von den Bürgersteigen fegen. Aufnahmen aus den frühen 20ern, dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geldgeschichte, als die Hyperinflation das Land heimsuchte und eine Währungsreform die Ersparnisse des Volkes fast völlig vernichtete.
Heute, in Zeiten der Finanzkrise, sind diese Bilder auf unangenehme Weise aktuell. Die Staaten ertrinken in Schulden, die Zentralbanken drucken Geld: Die Furcht vor einem Währungsschnitt ist zurück. Sie geistert durchs Internet, wo die Bürger in Foren über die Gefahr einer neuen Geld-Havarie tuscheln.
Und sie wird geschürt von Experten, die den nächsten Kollaps des Papiergeldsystems kommen sehen. So wie Roland Leuschel. Der Crash-Prophet und Börsenautor rechnet bereits 2014 mit einer Währungsreform. Oder wie Thorsten Polleit. Der Chefvolkswirt von Barclays Capital fordert in seinem neuen Buch "Geldreform" den Rückzug des Staates aus dem Geldwesen. Der 42-Jährige macht sich für den Wechsel zu einem Zahlungsmittel stark, das durch Gold oder andere Sachwerte gedeckt ist (siehe
Interview).
Ganz abwegig scheint der Gedanke an ein Geld-Inferno nicht. Die Blaupause dafür skizzieren Pessimisten ungefähr so: Die Wirtschaft in Euroland fällt zurück in die Rezession. Wieder eilen die Regierungen mit Milliardenspritzen zu Hilfe, türmen weitere Schuldenberge auf. Das führt dazu, dass die Bondinvestoren das Risiko von Zahlungsausfällen wittern und die Zinsen für Staatsanleihen klettern. So schlittern die ersten unsoliden Euro-Südländer in den Bankrott.
Weil die Bundesrepublik Garantien gibt, wird sie irgendwann mit in den Abwärtsstrudel gerissen. Auch Deutschland kann sich schließlich nur noch mit Hilfe der Europäischen Zentralbank (EZB) refinanzieren, die wie wild frisches Geld druckt und das Vertrauen der Bevölkerung in die Währung vollends zerstört. In diesem Umfeld gerät die Inflation außer Kontrolle. Am Ende hilft nur noch ein Währungsschnitt. Zurück bleibt ein Staat ohne Schulden und ein Volk ohne Vermögen.
Das Horrorszenario mag plausibel klingen. Doch der Vergleich mit der Geschichte spricht gegen eine Eskalation im Stil der 20er Jahre. "Zwischen damals und heute liegen Welten. Eine Hyperinflation in Europa ist ohne die Finanzierung eines Weltkriegs undenkbar", sagt der Wirtschaftsprofessor Carl-Ludwig Holtfrerich, der die Geldkrise von 1923 lange untersucht hat.

Was die Leser sagen
www.pr-inside.com/de/das-investment-magazin-die-derivate-bombe-r1595763.htm
Laut Daten der amerikanischen Währungs-aufsichtsamtes (OCC), die am 30. Juni 2008 veröffentlicht wurden, hielten alleine die drei größten US-Banken (J. P. Morgan Chase, Bank of America und Citicorp) ausstehende Derivatkontrakte im Wert von 179,4 Billionen Dollar bei einem Anlagevermögen von nur 5,6 Billionen Dollar.
Nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) sollen sich die ausstehenden Kontrakte weltweit auf über 675 Billionen Dollar belaufen, aber das dürfte stark untertrieben sein. John Hoefle vom Executive Intelligence Review rechnet mit weit über einer Billiarde Dollar; er schreibt: "Die Bemühungen von Finanzminister Henry Paulson und seines ,Absturzverhinderungsteams" werden zunichte, weil der größte Berg an finanziellen Wettgeschäften der Weltgeschichte über ihnen zusammenbricht.
Auch wenn ihre Rettungspakete inzwischen beispiellosen Umfang erreichen, ist das immer noch winzig im Vergleich zu der Krebsgeschwulst, die sie retten wollen. Die treibende Kraft in alledem ist jenes globale Kasino, das man den Derivatmarkt nennt - ein Markt, der alle Hypotheken-, Anleihe- und Aktienmärkte der Welt zusammen weit in den Schatten stellt.
Während sich die Hypotheken, Bonds und Aktien insgesamt zu Billionen summieren, hat der weltweite Derivatmarkt ein Volumen von Billiarden... Das Gesamtvolumen genau zu beziffern, ist unmöglich - aber es ist sehr leicht anzugeben, wie viel dieser Derivatmarkt wert ist: gleich null." Man könne keine genauen Zahlen erhalte, weil der überwiegende Teil der Derivatkontrakte außerbilanzlich und vollkommen unreguliert gehandelt wird.
Kein Wunder also, dass sich die Banken gegenseitig keinen Cent anvertrauen.
Die Größenordnung des Derivatemarktes, der etwa das 530-fache der amerikanischen Geldmenge M1 beträgt, das 34-fache des US-Bond-Marktes (25.2 Billionen USD Stand 2006), das 19-fache des weltweiten Anleihemarktes (44.9 Billionen USD Stand 2006) und etwa das 24-fache des weltweiten Aktienmarktes (36.6 Billionen USD Stand Oktober 2008) zeigt, dass das Problem der dort angehäuften tickenden Zeitbomben nur noch in einem Supergau an den internationalen Finanzmärkten enden kann. Ein Ausfall von nur 5 % aller weltweiten Derivate würde nahezu das gesamte Weltbruttosozialprodukt eines Jahres vernichten. Das Risiko des globalen Systemausfalls, gekennzeichnet durch Millisekundenpleiten und Index-Crashs von mehr als 25 % in wenigen Sekunden, wird damit angesichts dieser Größenordnungen in einer Realtime-Ökonomie zum größtmöglichen Unfall, der jederzeit eintreten kann. Die weltweiten Ökonomien werden deshalb erst dann wieder von ihrer aktuellen Vergiftungserkrankung geheilt sein, wenn die riesige Menge an toxischen Finanzinstrumenten vollständig deflationiert ist. Je schneller dies geschieht, desto schneller wird die Weltwirtschaft wieder nachhaltig gesunden, wobei jedoch während dieses Prozesses der kreativen Zerstörung kein Stein mehr auf dem anderen bleiben wird. Eine neue Weltwährung wird die unausweichliche Folge des Zusammenbruchs des gewaltigen Derivate-Mount Everest sein, wenn die von den USA initialisierten Seifenblasen endgültig platzen und der amerikanische Anleihemarkt und die US-Währung in einem gigantischen Staatsbankrott untergehen.
BIZ-Quartalsbericht Juni 2008
Der Markt für außerbörsliche Derivate verzeichnet im zweiten Halbjahr 2007 trotz der anhaltenden Turbolenzen an den weltweiten Finanzmärkten ein relativ stetiges Wachstum. Der Nominalwert aller Kategorien "außerbörslicher Kontrakte" zusammen stieg um 15% auf 596 Billionen Dollar Ende Dezember nach einem Anstieg um 24% im ersten Halbjahr.
Andere Segmente, darunter die Märkte für Devisen-, Zins- und Rohstoffderivate legten ebenfalls zu und verzeichneten sämtliche zweistellige Wachstumsraten.
Nur dass keine Missverständnisse aufkommen, die 596 Billionen Dollar sind lediglich die Derivate, die aus den Bilanzen ausgelagert wurden. Stand Ende 2007.
Weltweite Derivatebestände: 1998: 94,28 Billionen US-Dollar (271% des Welt-BIP),
Ende 2006 über 490,8 Billionen US-Dollar (Ende 2006 über 869% des Welt-BIP)
Quelle: Bank für internationalen Zahlungsausgleich (per Dez.2006).
Herr Bauer,
vielleicht haben Sie englische Billionen mit deutschen Milliarden verwechselt. Wenn der Engländer oder Amerikaner "Billionen" sagt, ist damit im Deutschen "Milliarden" gemeint.
600 Mrd. $ an wertlosen Papierschnipseln in den Kellern der Banken erscheint mir realistischer. Und 30 Bio $ für Konjunkturpakete erscheint mir auch reichlich hochgegriffen. Wenn ich einfach mal grob schätzen würde, wieviel die größten Wirtschaftsmächte der Erde für die Konjunkturpakete ausgegeben haben, würde ich schätzen: BRD 100 Mrd. €, China 500 Mrd. $ und USA 1 Bio $.
Die unendliche Geldvermehrung hat schon lange eingesetzt. Aus den 12 Billionen $ Hypothekenschulden der Amis zauberten die Investmentbankster ein Vermögen von über 1000 Billionen $!!!
Im Quartalsbericht der BIZ vom 06.2008 geht hervor, dass die Bankster weltweit absolut wertlose Papierschnipsel „im Wert“ von über 600 Billionen $ in den Kellern gelagert haben. Kein Wunder also, dass keine Bank der anderen über den Weg traut. Nur mit unendlichen Zentralbankmilliarden wird dieses Problem jeden Tag neu gelöst.
Durch eine Änderung des Bilanzrechts wurden die Bankster 2008 vor dem sofortigem Kollaps bewahrt. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Ein Wirtschaftsaufschwung ohne ein Reset im Finanzsystems wird es für die westlichen Industrieländer deshalb nie geben.
Allein in den letzten 2 Jahren haben die Staaten weltweit ca. 30 Billionen $ für Konjunkturstrohfeuer- und Banksterrettungspakete ausgegeben, ohne den gewünschten Erfolg zu erzielen. Die Bankster sind immer noch genau so pleite wie 2007 und jedes Konjunkturstrohfeuer ist bisher abgebrannt, ohne einen selbsttragenden Aufschwung auszulösen. Jetzt sind die Retter pleite.
Und die 600 Billionen $ der BIZ sind sehr vorsichtig geschätzt. Finanzprofessoren gehen von mindestens der doppelten Summe aus.
Für einen weltweiten Währungsschnitt ist deshalb keine Hyperinflation erforderlich.
Erst zum Schluss wird angedeutet, wo die Risiken liegen, nämlich gerade nicht allein in den Wirtschaftszahlen Deutschlands, sondern in den internationalen Verpflechtungen. Die Befürchtungen sind völlig berechtigt, wenn man sich allein anschaut, wieviele wertlose Dollars in den USA gedruckt werden. Und was hat sich denn in Europa geändert, außer, dass sich die deutsche Wirtschaft gut entwickelt hat? Das Griechenland- oder Spanienproblem hat sich doch nicht in Luft aufgelöst. Wie gutgläubig muss man sein, um sich auf die Stabilitätsbekundungen gerade aus Brüssel zu verlassen? Das System ist am Ende, es ist nur noch eine Frage der Zeit, wielange man wie bisher weiterwursteln und den Leuten Sand in die Augen streuen kann (wie mit diesem Artikel).
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