Eine schwache Nachfrage nach Ölprodukten setzt den amerikanischen Raffinerien gewaltig zu. Die Auslastung der Unternehmen sank vergangene Woche laut dem Energieministerium um 2,9 Prozentpunkte auf 78,4 Prozent. Das ist der geringste je verzeichnete Wert, sofern man Wirbelsturmzeiten ausblendet. "Das spiegelt eine strukturelle Veränderung wider. Viele Raffinerien sollen angeblich aufgrund des geringen Verbrauchs und der großen Konkurrenz aus Asien stillgelegt werden", sagte Antoine Halff, Energieanalyst beim Brokerhaus Newedge.
Die niedrige Auslastung belegt, dass sich die Ölnachfrage trotz der wirtschaftlichen Erholung in vielen Teilen der Welt noch nicht erholt hat. Volkswirte gehen zwar von einem Wachstum des US-Bruttoinlandsprodukts (BIP) von rund vier Prozent im vierten Quartal aus. Das schlägt sich aber nicht in einem steigenden Verbrauch nieder.
Laut Daten des Eisenbahnverbandes Association of American Railroads beispielsweise liegen die Wagonladungen rund 18,5 Prozent unter dem Niveau von 2008. Güterzüge werden in den USA üblicherweise von Dieselloks gezogen. "Da gibt es keinen Aufwärtstrend. Die Nachfrage gibt es einfach nicht. Das kalte Wetter ändert daran nichts", sagte Olivier Jakob, Managing Director beim Researchhaus Petromatrix.
Die Raffineriestatistik drückt die Stimmung der Rohstoffinvestoren. Am Freitag fiel der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) bereits den dritten Tag in Folge und durchbrach die Marke von 76 Dollar. In New York notierte WTI bei 75,62 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit dem 23. Dezember. "Die Lagerbestände sind hoch. Das gilt sowohl für Rohöl, Benzin als auch für Destillate", sagte Sintje Diek, Ölanalystin der HSH Nordbank.






























