23.02.2010
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Kenneth Rogoff hatte 2008 den Kollaps großer US-Banken vorhergesagt.
Kenneth Rogoff hatte 2008 den Kollaps großer US-Banken vorhergesagt.
Foto: AFP

Schuldenprobleme

Rogoff sagt Staatspleiten voraus

Dubai, Venezuela, Griechenland: Viele Länder wackeln, gefallen ist bisher noch keines. Doch das ist nur eine Frage der Zeit, warnt der frühere IWF-Chefökonom - der 2008 bereits große Bankpleiten prophezeite.

Harvard-Professor Kenneth Rogoff hat vor Staatspleiten gewarnt. Nach Bankenkrisen "sehen wir normalerweise einen Packen Zahlungsausfälle, sagen wir, nach ein paar Jahren. Dieses Mal wieder, prognostiziere ich", sagte der frühere Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF) am Dienstag in Tokio. Rogoff hatte 2008 den Kollaps großer US-Banken vorhergesagt. Er hat zudem die Geschichte von Finanzkrisen untersucht.

Letztlich würden die Finanzmärkte Anleiherenditen in die Höhe treiben, was EU-Ländern wie Griechenland und Portugal "eine Menge Probleme" bereiten werde, sagte Rogoff. "Es ist sehr, sehr schwer, den Zeitpunkt zu benennen, aber es wird passieren." Reiche Länder wie Deutschland und die USA würden angesichts langsamen Wachstums gezwungen sein, ihre Ausgaben drastisch zurückzufahren.

Sorgen um die Finanzprobleme Griechenlands treiben die Märkte seit Wochen um. Das Land wies 2009 ein Haushaltsdefizit von 12,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Die Schulden belaufen sich auf knapp 300 Milliarden Euro - das ist fast fünf Mal mehr, als Russland und Argentinien angehäuft hatten, als sie 1998 beziehungsweise 2001 ausfielen.

Die Ängste um Griechenland belasten den Euro. Zudem sind die Kosten für eine Absicherung gegen den Ausfall griechischer Staatsanleihen seit Anfang Dezember deutlich gestiegen: Kreditderivate (Credit Default Swaps, CDS) auf fünfjährige Papiere haben laut dem Datendienstleister CMA Datavision von damals 171 Basispunkten auf 359 am Dienstagmorgen zugelegt. Zwischenzeitlich waren sie auf weit über 400 Basispunkte hochgeschnellt.

Die EU-Partner haben Griechenland Unterstützung zugesichert, vorerst nur verbal. Allerdings konkretisieren sich Pläne der Euro-Länder, dem Land auch finanziell unter die Arme zu greifen. Die Hilfen in Form von Garantien und Krediten könnten sich auf 20 bis 25 Milliarden Euro belaufen, wovon auf Deutschland etwa 20 Prozent entfallen sollen.


Was die Leser sagen

Immer auf die Kleine
24.02.2010 | 06:05
self-fulfilling prophecy

Selbsterfüllende Prophezeiung, was will man damit erreichen. Es ist schon fast eine Hexenjagd die da organisiert wird. Dadurch werden die Anleihen für diese Länder noch teuerer da sie mehr Zinsen als die reiche zahlen müssen. Es sieht schon so aus als wollte man gerade eine Pleite provozieren. Wer hat den was davon? Und was wird gemacht damit diese Diskussion aufhört? Taten braucht die EU nicht Worte.

(Kommentare 1-1 von 1)

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 Quelle: vwd netsolutions GmbH
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Quelle: FMH-Finanzberatung
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