Der Euro steht unmittelbar vor einem Crash! Die Solidität der Gemeinschaftswährung hat massiv unter den Eingriffen der Politik und der EZB gelitten. Eine Währung ohne Vertrauen in Geldwertstabilität und politisch feste Rahmenbedingungen ist jedoch nicht mehr als eine Ansammlung von bedrucktem Papier. Die Politik in ihrem irrlichternden Eurowahn hat dies missachtet. Deutsche Politiker haben grandios in der Krise versagt. Nun können wir nur noch schnell reagieren und die Voraussetzungen für neue, nationale Währungen schaffen, die mittelfristig die verhunzte Gemeinschaftswährung ablösen. Nur auf diesem Weg können wir wieder Glaubwürdigkeit an den Finanzmärkten gewinnen. Der Euro muss auf diesem Weg totinflationiert werden, mit ihm ein Teil der Staatsschulden. Neue nationale Währungen treten an seine Stelle - länderabhängig mehr oder weniger stark. So retten wir Europa und schaffen den Turnaround in der kriselnden Eurowirtschaft. Mit der Chaoswährung werden die Südstaaten der Eurozone zu kollektiven Armutsgebieten, die dauerhaft auf Harz 4 aus den reichen Nordländern angewiesen sind. Dies kann nicht unser Ziel sein - weder auf der Geber- noch auf der Nehmerseite.
Die Kreditwürdigkeit Italiens wird von der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) nur noch mit der Note "A/A-1" bewertet. Das ist eine Stufe niedriger als die bisherige Note "A+/A-1+". Der Ausblick für die weitere Bewertung bleibe negativ, teilte die Agentur mit. Die Herabstufung durch S&P kam unerwartet. Der
Euro rutschte danach deutlich ab. Zeitweise kostete er weniger als 1,36 Dollar. Zuletzt notierte die europäische Gemeinschaftswährung wieder etwas oberhalb dieser Marke.
Die Tokioter Börse fiel im frühen Handel um 1,4 Prozent. Der
Nikkei-Index verlor 1,4 Prozent auf 8740 Punkte. Der breiter gefasste
Topix gab 1,5 Prozent nach auf 756 Zähler. Investoren befürchten, dass der S&P-Schritt zu einer Ausweitung der europäischen Schuldenkrise führen könnte.
"Der Markt konzentriert sich auf die Situation in Europa", sagte Analyst Yumi Nishimura von Daiwa Securities. Vor Beginn der zweitägigen Sitzung der US-Notenbank (Fed) agierten die Anleger allerdings vorsichtig. Das begrenze die Verluste. Von der Fed werden weitere Schritte zur geldpolitischen Lockerung erwartet.
Am Montagabend war der Euro wegen der positiv aufgenommenen Ergebnisse einer Telefonkonferenz der Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) mit dem griechischen Finanzminister Evangelos Venizelos zeitweise über 1,37 Dollar gestiegen.
S&P glaubt nicht an Berlusconis Ziele
Die S&P-Experten begründeten ihren Schritt mit den schwachen Wachstumsaussichten des Landes. Sie würden auch durch das Reformprogramm der italienischen Regierung nicht entscheidend verbessert. S&P verwies auf die fragile Regierungskoalition in Rom und die politischen Differenzen im Parlament.
"Wir glauben, dass das reduzierte Tempo von Italiens wirtschaftlicher Aktivität die revidierten Finanzziele der Regierung schwer erreichbar macht", stellten die Experten fest. Die Herabstufung durch S&P kam überraschend. An den Finanzmärkten war damit gerechnet worden, dass zunächst die Ratingagentur Moody's ihre Note für das Land senken würde.
Moody's-Abwertung Italiens nächste Woche möglich
Die Moody's-Analysten hatten vergangene Woche mitgeteilt, sie bräuchten für ihre Entscheidung noch einen weiteren Monat Zeit. Italien ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Das Land ächzt unter einem Schuldenberg von 1900 Mrd. Euro. Es steht mit 120 Prozent seiner Wirtschaftsleistung in der Kreide.
An den asiatischen Märkten reagierten die Investoren verschreckt. "Immer noch mehr von denselben schlechten Nachrichten", sagte Nomura-Volkswirt Stephen Roberts in Sydney. Dadurch steige die Ansteckungsgefahr in der Krise. Das treibe die Anleger in sichere Anlagen. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht Griechenland. Der Euro-Schuldensünder braucht dringend neue Finanzspritzen der Geldgeber EU-Kommission, Europäische Zentralbank (EZB) und Internationaler Währungsfonds (EZB).
Sollte diese sogenannte Troika der Regierung in Athen nicht die erforderlichen Reformfortschritte bescheinigen, ist die nächste milliardenschwere Hilfstranche in Gefahr - dem Land drohe die Staatspleite. Die Gespräche mit den Troika-Experten sollen Dienstag fortgesetzt werden. Ein Vertreter des griechischen Finanzministeriums äußerte sich zuversichtlich, dass es dann zu einem Durchbruch kommen werde. Die Regierung werde voraussichtlich am Mittwoch zu einer Kabinettssitzung zusammenkommen und danach eine Erklärung abgeben.
Quelle: ftd.de
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