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21.12.2011
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Foto: Bloomberg

Schuldenkrise

Notgeld für die Banken

von André Kühnlenz

Nach der jüngsten Liquiditätsspritze stehen die Banken bei der EZB mit mehr als 900 Mrd. Euro in der Kreide, haben aber immerhin Planungssicherheit für drei Jahre. Europa erhält eine Chance, die Krise zu überwinden.

Die Euphorie über die riesige Liquiditätsspritze der EZB ist an den Märkten schnell verpufft. Dabei dürfte es noch zu früh sein, darüber zu urteilen, welche Wirkung die Milliarden der EZB in den kommenden Wochen entfalten werden.

Auf lange Sicht, so hoffen Optimisten, könnte eine selbstverstärkende Spirale entstehen. Doch statt immer nur abwärts, sollte es nun eher aufwärts gehen, um das Vertrauen der Anleger in die Banken zu stärken. Die Gefahr, dass die Institute den Unternehmen und Konsumenten den Kredithahn zudrehen werden, ist erheblich gesunken.

Insgesamt haben die Währungshüter den Banken am Mittwoch 489 Mrd. Euro für einen Zeitraum von höchstens drei Jahren geliehen. Diese halbe Billion darf nicht mit dem ebenfalls gewaltigen Betrag verwechselt werden, den die Geldhäuser ohnehin schon bis vor wenigen Tagen der Zentralbank schuldeten. Anfang der Woche waren es mehr als 700 Mrd. Euro.

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Die Bankhäuser hatten bereits am Dienstag in Erwartung der großzügigen Geldspritze wöchentliche Kreditlinien über rund 120 Mrd. Euro nicht mehr verlängert. Zur Erinnerung: Vergangene Woche lag ihre Geldleihe bei der EZB mit einer Frist von sieben Tagen bei 292 Mrd. Euro. Vergangenen Dienstag waren es nur noch 169 Mrd. Euro. Das heißt die Institute haben gut 123 Mrd. "gerollt", wie Banker die Umverteilung gern nennen.

Da die Institute sowieso schon wissen, dass sie für längere Zeit Woche für Woche Geld von der Notenbank leihen müssen, ersetzten sie also einen Teil der wöchentlichen Kreditsumme mit einem Dreijahresdarlehen. Dies ist ungefähr so, also wenn ein Privatkunde einen dreijährigen Kredit bei seiner Hausbank aufnimmt, weil er schon jetzt genau weiß, dass er in den kommenden drei Jahren niemals aus dem Dispo herauskommen wird.


Was die Leser sagen

Graf Zahl
28.12.2011 | 12:00
Notgeld für Banken

Nachtrag zum Posting vom 27.12.2011:Heute lese ich so ganz beiläufig das viele Banken ihren Geldvorrat bei der EZB auf ca. 450 Mrd. Euro erhöht haben bei ca. 0,25% Zins.Sie haben aber unlängst aus der Geldschwemme der EZB fast 500Mrd. abgerufen und das zu 1%.Die Banken trauen sich untereinander noch weniger als 2008 und der normale Kunde soll volles Vertrauen in dieses Finanzsystem haben? Wie geht das zusammen?

Graf Zahl
27.12.2011 | 21:28
Notgeld für Banken

Die EZB wurde nicht müde eine drohende Kreditklemme der Banken immer wieder in der Öffentlichkeit als Drohszenario an die Wand zu malen.Daher wurde mal eben die Geldschleuse geöffnet und 500 Mrd. in Richtung Banken gespült. Gleichzeitig liest man,das viele Banken kurzfristig ihre Mrd. Überschüsse bei der EZB parken,da sie anderen Banken im Kreditgeschäft nicht trauen!Banken mit Vollkaskogeldversorgung durch die EZB,ohne jedes eigene Risiko?Genießt ein privater Bauherr zB. auch diesen Schutz zu 1% Zinsen? Finanzmarkt pervers,alle Risiken werden auf den Steuerzahler abgewälzt,der kann sich dank untätiger Politik nicht wehren!

(Kommentare 1-2 von 2)

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Quelle: FMH-Finanzberatung
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