Melvyn Krauss ist emeritierter Wirtschaftsprofessor der New York University.
EZB-Präsident Mario Draghi wird in Europa immer beliebter - aus gutem Grund. Die unkonventionellen Liquiditätsspritzen der EZB für Privatbanken helfen, eine möglicherweise katastrophale Kreditklemme zu verhindern und die Zinsen bei zweijährigen Staatsanleihen aus Italien und Spanien zu stabilisieren. Das ist ein guter Anfang.
Aber es muss klargemacht werden, dass das seinen Preis hat. Diese Art der quantitativen Lockerung füllt die Bilanz der EZB mit Wertpapieren geringer Qualität, und die könnten sowohl der Notenbank als auch den europäischen Steuerzahlern irgendwann noch erheblich schaden. Entscheidend ist, dass Europa es nie so weit kommen lässt.
Die quantitative Lockerung der EZB unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von der amerikanischen Variante. Der EU-Vertrag erlaubt der EZB nicht, direkt Staatsanleihen zu kaufen. Sie umgeht das, indem sie Privatbanken mit billigem Geld ausstattet und sie ermuntert, dieses in Staatsanleihen zu stecken.
Weil die Banken aber extrem risikoscheu geworden sind, waren sie nur bereit, kurz laufende Staatsanleihen zu kaufen. Das ist auch der Grund, warum Italiens zweijährige Schuldtitel von der geldpolitischen Lockerung deutlich stärker profitiert haben als die zehnjährigen.
Die Fed hat dieses Problem nicht, denn sie kann selbst Staatsanleihen kaufen und die Laufzeiten frei wählen. Wenn sie zehnjährige kaufen will, dann kauft sie zehnjährige, und wenn sie 30-jährige kaufen will, dann kauft sie eben 30-jährige.






















