Angestelltenhaushalten bleibt im Durchschnitt wesentlich mehr Geld vom Nettolohn zur freien Verfügung als Arbeitern. Das geht aus einer Studie zur Einkommenssituation der privaten Haushalte in Deutschland hervor, die das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) aus Essen im Auftrag des Finanzdienstleisters AWD erstellte. Danach sind im Alter Pensionäre wesentlich besser gestellt als Rentner.
Durchschnittlich fließen den Haushalten in Deutschland monatlich 3471 Euro an Einkünften und Transferzahlungen zu. Davon bleiben nach Abzug der Steuern und Sozialabgaben 2706 Euro netto. Davon zog das Institut nun die "nicht vermeidbaren Ausgaben" wie Miete, Möbel und Lebensmittel ab. Das Ergebnis: Den Haushalten bleiben im Durchschnitt noch 1345 Euro übrig, also weniger als die Hälfte des Nettoeinkommens.
Staatsdiener im Ruhestand bleiben dagegen knapp zwei Drittel ihres Einkommens. Mit 2436 Euro ist ihr Nettoeinkommen fast dreimal so hoch wie das der Rentner. Sie haben nach Abzügen nur 872 Euro zur freien Verfügung – das sind gerade 44,5 Prozent des Nettoeinkommens. Noch knapper sind Arbeitslose und Studenten bei Kasse.
Eine deutliche Abstufung stellt die Studie auch bei Beamten, Angestellten und Arbeitern fest. Beamten mit 2444 Euro und Angestellten mit 1735 Euro bleibt mehr zum Leben als Arbeitern, die sich im Durchschnitt mit 1212 Euro zufrieden geben müssen. Gut stehen auch Selbstständige da: Ihnen bleiben durchschnittlich 2344 zur freien Verfügung.
Am schlechtesten schneiden Alleinerziehende ab: Sie haben noch 31 Prozent ihres Nettolohns - das sind 578 Euro - in der Tasche. Auf der Sonnenseite stehen dagegen bundesweit Paare ohne Nachwuchs: Ihnen bleiben rund 53 Prozent. Die Studie bestätigt die bereits bekannten Gefälle zwischen West und Ost sowie Süd und Nord: Bayerischen Haushalten bleibt durchschnittlich 1631 Euro. Haushalte in Mecklenburg-Vorpommern bilden mit 869 Euro das Schlusslicht im Vergleich der Bundesländer.
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